Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
23.10.2017, aktualisiert: 22.12.2020

Schwarzkümmelöl – Wie gesund ist es wirklich?

Schwarzkümmelöl wird nahezu als Allheilmittel gegen alle möglichen Krankheiten angepriesen, soll das Immunsystem stärken, gegen Asthma und Bluthochdruck helfen und sogar der Schönheit dienen. Doch was ist dran an den Behauptungen über die positiven gesundheitlichen Wirkungen des Öls?
Schwarzkümmel

Schwarzkümmelöl werden verschiedene gesundheitliche Effekte nachgesagt

Schwarzkümmelöl soll gegen die unterschiedlichsten Erkrankungen helfen. So wird dem Öl, das aus dem Echten Schwarzkümmel (Nigella sativa) gewonnen wird, nachgesagt, wirksam gegen Heuschnupfen, Asthma, Blähungen, Bluthochdruck und Harnwegserkrankungen zu sein.

Auch schön soll das Öl machen und auf Haut und Haare eine positive Wirkung haben, zudem das Immunsystem stärken und sogar vor Krebs schützen. Schmerzlindernd, entzündungshemmend, blutdrucksenkend, entkrampfend und antibakteriell sind nur einige der Attribute, die Alternativmediziner dem Pflanzenöl zuschreiben. Doch bislang gibt es nur wenige wissenschaftliche Studien, welche die medizinische Wirkung von Schwarzkümmelöl belegen.

Bisher nur wenige Studien am Menschen

Aus den Samen der Gewürzpflanze werden traditionell zwei Ölarten hergestellt: ein fettes Öl, das durch Pressen gewonnen wird, und ein ätherisches Öl, welches durch einen Verdampfungsprozess entsteht. Dem ätherischen Öl werden vor allem keimtötende Eigenschaften nachgesagt, die auf dem hohen Bestandteil an Thymochinon beruhen sollen.

Das fette Schwarzkümmelöl enthält bei schonender Herstellung hohe Anteile an Linolsäure, einer zweifach ungesättigten Fettsäure, die als sehr gesund gilt. Insbesondere Gamma-Linolsäure wird für die vielfältigen gesundheitsfördernden Effekte von Schwarzkümmelöl verantwortlich gemacht.

Die meisten positiven Effekte des Schwarzkümmelöls beruhen vermutlich auf diesen ungesättigten Fettsäuren. Allerdings wurden die meisten Untersuchungen zur gesundheitlichen Wirkung bisher nur in vitro oder mit Hilfe von Tierexperimenten durchgeführt. Breit angelegte Studien zu Effekten von Schwarzkümmelöl bei Menschen fehlen hingegen.

 

Schwarzkümmel wird häufig in der arabischen Küche verwendet

Schwarzkümmel wird im östlichen Mittelmeerraum und Vorderasien seit Tausenden von Jahren kultiviert und als Gewürz verwendet. Die Samen schmecken leicht nussig und feinherb und werden bis heute auf Fladenbrot gestreut. In einigen Ländern wird Schwarzkümmelöl als Speiseöl genutzt.

In Verbindung mit anderen Bestandteilen werden die Samen in klassischen Gewürzmischungen des Orients verwendet, beispielsweise in Ras el Hanout und indischen Currymischungen. In Europa wird das Öl aufgrund der nachgesagten gesundheitlichen Wirkungen immer öfter auch in Kapseln angeboten und als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken verkauft.

Nebenwirkungen sind selten

Generell ist Schwarzkümmelöl gut verträglich. Bei empfindlichen Personen kann es jedoch die Magenschleimhaut reizen und sollte daher nicht auf leeren Magen eingenommen werden. Auch vermehrtes Aufstoßen kann vorkommen. Bei extremen Überdosierungen sind zudem Leber- und Nierenschäden möglich.

Kaltgepresstes Öl bevorzugen

Wer Schwarzkümmelöl kaufen möchte, sollte darauf achten, dass es kaltgepresst ist und firsch. Denn das empfindliche Öl hält nur etwa drei Monate. Die Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl rät: „Dass ein Pflanzenöl kaltgepresst ist, erkennt man nur daran, dass es auch auf der Flasche steht. Fehlt der Hinweis, kann man davon ausgehen, dass das Öl erhitzt worden ist.“ Damit soll dann aber ein großer Teil der Wirksamkeit verlorengehen.

Foto: © hjschneider - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Gesättigte Fettsäuren , Nahrungsergänzungsmittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fette und Öle

Immer öfter findet sich Palmöl als Bestandteil in verarbeiteten Lebensmitteln. Dabei gilt das Öl als gesundheitsschädlich. Und nicht nur das: Der massenweise Anbau von Ölpalmen gefährdet die Umwelt und zerstört den Lebensraum bedrohter Tierarten.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Noch nie haben sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen im Grünen mit Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) angesteckt wie 2020 – und Experten befürchten eine weiter steigende Tendenz. Neu ist: Die nur durch Zecken übertragene und im schlimmsten Fall tödliche Form der Hirnhautentzündung wandert Richtung Norden – und tritt in der Natur verstärkt in größeren Höhen auf.


In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Anteil der Geburten per Kaiserschnitt in Deutschland fast verdoppelt – auf zuletzt fast 30 Prozent. Der Richtwert der WHO liegt bei 15 Prozent. Geburtsspezialisten der Medizinischen Hochschule Hannover raten jedoch, pro und contra in jedem Einzelfall besonnen gegeneinander abzuwägen. Ein Kaiserschnitt sei „nicht automatisch besser“ und „in vielen Fällen medizinisch nicht notwendig“.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin