. Behandlungskosten

"Schwarzer Peter" für die Ärzte

Nach der Pleite der City BKK haben Berliner Ärzte die Versicherten nicht weggeschickt, obwohl viele Patienten noch keine neue Krankenkasse gefunden hatten. In 1 700 Fällen versuchen die Ärzte nun die Kosten von der KV Berlin erstattet zu bekommen. Doch die darf seit 1. Juli gar nicht mehr zahlen. Bleiben die Ärzte nun auf den Behandlungskosten sitzen?
„Schwarzer Peter“ für die Ärzte

Kassenpleite bereitet Ärzten Ärger (Foto: ©Gerd Altmann/pixelio)

 

 

Eine erhebliche Anzahl von Versicherten der nicht mehr existierenden City BKK hat im dritten Quartal 2011 noch Leistungen bei Berliner Vertragsärzten in Anspruch genommen, ohne schon bei einer neuen Krankenkasse versichert zu sein. Wie die KV Berlin mitteilt haben Berliner Vertragsärzte insgesamt 1 700 Fälle von Versicherten der geschlossenen City BKK am Ende des dritten Quartals zur Abrechnung eingereicht. Leistungen, die nach dem 1. Juli für Versicherte der City BKK erbracht wurden, sind aber über die KV Berlin nicht mehr abrechnungsfähig. Eigentlich hätten die Ärzte den Patienten eine Privatrechnung stellen müssen. Doch die Ärzte haben - so wie es die Kassenärztliche Bundesvereinigung und GKV-Spitzenverband geraten hatten - die Patienten gebeten, im Laufe des Quartals den Nachweis ihrer neu gewählten Kasse nachzureichen.

Damit haben sie offenbar den Schwarzen Peter gezogen. "Wir können unseren Mitgliedern diese Leistungen nicht bezahlen und müssen sie auffordern, privat nach der Gebührenordnung für Ärzte zu liquidieren, falls der Versicherte nicht innerhalb des vergangenen Quartals eine neue Versicherung nachgewiesen hat, die für das gesamte Quartal die Leistungen übernimmt", sagte Dr. Uwe Kraffel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin. "Aber: Eine rückwirkende Übertragung von Leistungen zulasten einer neu gewählten Krankenkasse sei nicht möglich, wenn der Versicherte bis Ende September nicht die Versicherung bei dieser neuen Krankenkasse nachgewiesen hat."

Die Berliner Ärzte müssen jetzt mit sehr viel zusätzlichem Aufwand die betreffenden Patienten kontaktieren, herausfinden, ab wann der Patient bei einer neuen Kasse versichert war und ob gegebenenfalls eine Privatrechnung gestellt werden muss.

Kraffel kritisierte in diesem Zusammenhang auch die unzureichende Informationspolitik der Krankenkassen und der Politiker: "Wir hielten die Kommunikation der Krankenkassenverbände und der Politik anlässlich der Schliessung der City BKK für falsch und sehen uns nun bestätigt. Es kann nicht sein, dass die Ärzte nun den Behandlungskosten hinterherlaufen müssen."

 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenkassen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Inkontinenz ist bei älteren und pflegebedürftigen Menschen ein häufiges Problem. Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich der Umgang damit jedoch erheblich erleichtern. Ein neuer Ratgeber des Zentrums für Qualität in der Pflege gibt Praxistipps für pflegende Angehörige.
Wer täglich weniger als sechs Stunden schläft oder öfter in der Nacht aufwacht, hat ein erhöhtes Risiko für Arteriosklerose und ein metabolisches Syndrom. Das stellten Forscher in einer Studie mit fast 4.000 Teilnehmern fest.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.