. Schwangerschaftsvorsorge

Schwangerschaft: Ultraschall bei übergewichtigen Müttern problematisch

Studien belegen, dass bei übergewichtigen Müttern das Risiko für Fehlbildungen beim Kind zunimmt. Als besonders problematisch erweist es sich daher, dass bei fettleibigen Frauen die Ultraschalluntersuchungen oft wenig aussagekräftige Bilder liefern. Experten geben Tipps für den Umgang mit dem Problem.
Übergewicht in der Schwangerschaft problematisch

Schwangere Frauen sollten auf ihr Gewicht achten.

Starkes Übergewicht in der Schwangerschaft ist mit Risiken für Mutter und Kind verbunden. Das liegt unter anderem daran, dass die Ultraschalluntersuchungen, die im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge durchgeführt werden, bei fettleibigen Frauen problematisch sind. Da die Signale nicht tief genug in den Bauch dringen können, sind die Ultraschallbilder oft wenig aussagekräftig. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) haben nun Tipps veröffentlicht, wie die Ultraschalluntersuchung bei übergewichtigen Frauen am besten durchzuführen ist.

Da es wichtig ist, die Distanz zwischen dem Fötus und der Ultraschallsonde möglichst niedrig zu halten, kann es sinnvoll sein, die Untersuchung bei übergewichtigen Frauen im Sitzen durchzuführen – und zwar oberhalb des Bauches. Auch die Seitenlage kann versucht werden, da der Ultraschall dann über die seitliche Bauchregion geführt werden kann.

Vaginal-Ultraschall sinnvoll

Wie DEGUM-Experte Professor Ulrich Gumbrach erklärt, kann besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel auch ein Vaginal-Ultraschall sinnvoll sein. Ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft ist es manchmal möglich, von außen den Fötus in eine für die Untersuchung geeignete Position zu bringen. „Trotz technischer Fortschritte sind Ultraschallaufnahmen bei stark übergewichtigen schwangeren Frauen eine große Herausforderung“, so Gembruch. Im Zweifelsfall ist es angeraten, mehrere Bilder aus verschiedenen Positionen zu machen, rät der DEGUM-Experte.

Übergewicht in der Schwangerschaft gefährdet das Kind

Die Schwierigkeiten der Ultraschalluntersuchungen bei übergewichtigen Schwangeren sind besonders ernstzunehmen, da gerade bei ihnen ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Probleme beim Kind besteht. Mehrere Studien zeigen, dass bei stark übergewichtigen Frauen die Wahrscheinlichkeit für kindliche Fehlbildungen wie Herzfehler, „offener Rücken“ oder Missbildungen an Armen und Beinen zunehmen. Gerade solche Fehlbildungen können durch Ultraschallaufnahmen normalerweise gut erkannt werden.

Zudem entwickeln adipöse Frauen besonders oft einen Schwangerschaftsdiabetes, was wiederum zu erhöhtem Gewicht des Fötus und Geburtskomplikationen führen kann. Zudem steigt beim Kind selbst die spätere Empfänglichkeit für Übergewicht und Diabetes. Auch das Risiko einer Präklampsie steigt mit erhöhtem Gewicht.

Etwa 25 Prozent aller Menschen in Deutschland gelten einer kürzlich veröffentlichten Studie des Robert Koch-Instituts zufolge als fettleibig. Dazu gehören auch immer mehr Frauen im gebärfähigen Alter. Besonders problematisch wird eine Schwangerschaft ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Ab diesem Wert spricht man nicht mehr von Übergewicht, sondern von Adipositas.

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Hauptkategorie: Medizin

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