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Schutz durch Sonnencreme geringer als gedacht

Urlauber sind weit weniger vor UV-Schäden wie Sonnenbrand geschützt, als sie glauben. Ursache: Sie verwenden zu wenig Sonnencreme. Das ergab eine britische Studie.
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Im Zweifel das Produkt mit dem höheren Lichtschutzfaktor wählen, sagen Forscher

Urlauber sind weit weniger vor UV-Schäden wie Sonnenbrand geschützt, als sie denken. Ursache: Sie verwenden zu wenig Sonnencreme. Das ergab eine Studie von Forschern des King’s College in London. Für ihre Untersuchung setzten die Wissenschaftler 16 hellhäutige Probanden UV-Licht aus.

Die eine Gruppe erhielt eine einzige hohe UV-Licht-Dosis. Zuvor hatten sie sich mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF 50) eingecremt - und zwar mit einer Menge von 0,75 mg, 1,3 mg oder 2 mg Sonnencreme pro Quadratzentimeter Hautfläche. Der Lichtschutzfaktor eines Produktes wird berechnet auf eine Menge von 2 mg, gewohnheitsmäßig wird meist eine geringere Menge verwendet.

Schutz durch Sonnencreme geringer als gedacht

Mittels einer Biopsie wurde die Haut auf DNA-Schäden untersucht. Eine Menge von 0,75 mg/cm² Sonnencreme schützte nicht vor UV-Schäden, bei 1,3 mg und 2 mg gab es einen Schutz. Fazit der Forscher: Wird ein Sonnenschutzmittel in der herkömmlichen Weise aufgetragen, liefert es im besten Fall 40 Prozent des erwarteten Schutzes.

Die andere Gruppe wurde an fünf aufeinander folgenden Tagen UV-Licht ausgesetzt, um eine Urlaubssituation zu simulieren. Die UV-Belastung wurde im Verlauf des Experiments variiert, um Bedingungen wie in subtropischen und tropischen Regionen herzustellen.

 

Schäden an nicht eingecremter Haut schon bei geringer UV-Dosis

In dieser Gruppe wurden erhebliche DNA-Schäden in den Hautarealen festgestellt, die keinen Sonnenschutz erhielten - auch wenn die UV-Licht-Dosis sehr niedrig war. Der Schaden wurde verringert, wenn Sonnenschutzmittel mit einer Menge von 0,75 mg/cm² aufgetragen wurde, und beträchtlich reduziert, wenn 2 mg/cm² Sonnenschutzmittel verwendet wurden. Eine hohe UV-Belastung über fünf Tage mit einem ausreichenden Sonnenschutz (2 mg) richtete weniger Schäden an, als eine einmalige niedrige UV-Licht-Dosis auf nicht eingecremter Haut.

Summieren sich die DNA-Schäden im Laufe des Lebens, können sie irgendwann nicht mehr repariert werden. Zellen mit geschädigtem Erbgut können dann zu Krebszellen entarten. Die Studien-Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Acta Dermato-Venerology veröffentlicht.

Höheren Lichtschutzfaktor wählen

Studienautor Prof. Antony Young sagte dazu: "Sonnenschutzmittel bieten einen wichtigen Schutz gegen die krebsauslösenden ultravioletten Strahlen der Sonne. Die Art und Weise, wie Sonnencreme aufgetragen wird, spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung ihrer Wirksamkeit. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen die Sonnenschutzmittel geringer dosiert verwenden als es der Hersteller empfiehlt, ist es besser, wenn Menschen einen sehr viel höheren Lichtschutzfaktor (LSF) verwenden, als sie für nötig halten."

Foto: racamani/fotolia.com

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