Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Schützt Vitamin C vor Erkältung?

Dienstag, 18. Oktober 2016 – Autor:
Vitamin C gilt als Wundermittel gegen Erkältungen. Doch das stimmt nur teilweise. Eine neue Faktenbox der AOK informiert.
Mythos Vitamin C: Bei akuter Erkältung kann eine Extraportion sinnvoll sein, Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung gibt es nur bei hoher körperlicher Belastung

Mythos Vitamin C: Bei akuter Erkältung kann eine Extraportion sinnvoll sein, Hinweise auf eine vorbeugende Wirkung gibt es nur bei hoher körperlicher Belastung – Foto: daggistock - Fotolia

Eine heiße Zitrone ist ein altes Hausmittel, wenn die Erkältungszeit gekommen ist. Der Grund: Zitronen enthalten viel Vitamin C. Das Vitamin wird aber inzwischen auch gerne als Brausetablette eingenommen und soll, so die landläufige Meinung, vor einer Erkältung schützen. Aber stimmt das eigentlich? Eine neue Faktenbox der AOK sagt: prinzipiell nein. Es existiere kein Hinweis für einen Nutzen einer routinemäßigen Einnahme von Vitamin C zur Vorbeugung einer Erkältung. Ausnahme: Bei hoher körperlicher Belastung, etwa bei Leistungssport, könnte eine Extraportion Vitamin C von 0,25 bis 1 g Vitamin C präventiv wirken. Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden sind laut AOK Faktenbox mit sechs Prozent gering.

Normalerweise keine vorbeugende Wirkung

Die AOK stützt sich bei ihrer Aussage auf ein Cochrane Review aus dem Jahr 2013. Die Daten zum Auftreten einer Erkältung basieren auf insgesamt 13 Studien mit gut 6.200 Teilnehmern. Danach erkrankten Menschen, die zwei bis vier Monate täglich 1 bis 2 Gramm Vitamin C eingenommen hatten, genauso oft an einer Erkältung wie Menschen, die kein Vitamin-Präparat eingenommen hatten. Die Daten zeigen, dass jeweils 61 bis 63 Prozent innerhalb von drei Monaten eine Erkältung hatten.

 

Vitamin C kann eine akute Erkältung lindern

Anders sieht aus, wenn die Erkältung bereits eingetreten ist. Laut Faktenbox lässt sich die Erkältungsdauer von zehn auf etwa sieben Tage durch die vorbeugende Einnahme von Vitamin C verkürzen. Auch der Schweregrad einer Erkältung ließ sich zudem durch die vorbeugende Einnahme von Vitamin C minimal vermindern. Zu diesem Ergebnis war die Auswertung von zehn verschiedenen Studien gekommen, in denen rund 6.600 Erkältungen analysiert worden waren. An der heißen Zitrone bei einer Erkältung ist also etwas dran.

Sportler profitieren

Auch Sportler profitieren  von zusätzlichem Vitamin C. Fünf Studien mit knapp 600 Teilnehmern waren zu dem Ergebnis gekommen, dass 0,25 bis 1 g Vitamin C täglich über einen Zeitraum von zirka zwei bis acht Wochen einer Erkältung eventuell vorbeugen kann. In diesem Zeitraum erkrankten bei der Einnahme von Vitamin C nur 17 von je 100 Sportlern mindestens einmal an einer Erkältung. Ohne die zusätzliche Einnahme von Vitamin C waren es mit 35 Sportlern doppelt so viele, die eine Erkältung bekamen.

Foto: © daggistock - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Erkältung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Erkältungen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Inneres Novemberwetter, Freud- und Antriebslosigkeit, schwarze Gedanken: Mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland erkranken im Laufe eines Kalenderjahrs an einer behandlungsbedürftigen Depression. Ursache ist meist ein Zusammenspiel aus persönlicher Veranlagung und äußerer Lebenssituation.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin