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Schützen Vitamin D und Kalzium doch nicht vor Knochenbrüchen?

Schützt die Einnahme von Kalzium und Vitamin D doch nicht vor Knochenbrüchen? Zu dem Schluss zumindest kommt eine neue Meta-Studie.
Nahrungsergänzungsmittel

Bei gesunden Erwachsenen hat die Einnahme von Vitamin D und Kalzium keinen Effekt

Besonders in der dunklen Jahreszeit wird älteren Erwachsenen oft geraten, Vitamin D oder Vitamin D und Kalzium einzunehmen, um die Knochen zu stärken und Brüchen vorzubeugen. Eine Studie, die jetzt in der Zeitschrift der American Medical Association erschien, wirft ein neues Licht auf diese Empfehlung.

Die Forscher um Dr. Jia-Guo Zhao vom Tianjin Hospital in Tianjin werteten für ihre Untersuchung 33 zu diesem Thema vorliegende, randomisierte klinische Studien aus, an denen insgesamt mehr als 50.000 Erwachsene über 50 Jahre teilnahmen.

Vitamin D und Kalzium verringerten nicht das Risiko von Knochenbrüchen

Die Probanden erhielten entweder Vitamin D, Vitamin D und Kalzium, ein Placebo oder keine Behandlung. Die Meta-Analyse konzentrierte sich dabei auf ältere Erwachsene, die zu Hause lebten und nicht in Pflegeheimen oder anderen Senioreneinrichtungen untergebracht waren und weder an Osteoporose noch an Vitamin-D-Mangel litten.

Das Ergebnis war eindeutig: Vitamin D und Kalzium als Nahrungsergänzungsmittel verringerten nicht das Risiko von Knochenbrüchen oder Hüftfrakturen - und zwar unabhängig von der Dosis, dem Geschlecht des Patienten, der Menge an Kalzium, die er mit der täglichen Nahrung zu sich nahm, vorangegangenen Knochenbrüchen und dem zu Beginn der Studie erhobenen Vitamin-D-Wert im Blut. Die prophylaktische Einnahme sei daher nicht sinnvoll.

 

Wenig Alkohol und ausreichend belastende Bewegung

Die Knochengesundheit beinhalte verschiedene Faktoren, erklärte dazu Marion Nestle, emeritierte Professorin für Ernährungwissenschaften an der New York University. Um die Knochen während des gesamten Lebens zu erhalten, seien gesunde Ernährung, regelmäßig ausreichend belastende Bewegung und die Vermeidung von übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen nötig, wird die Forscherin in der Washington Post zitiert.

Vitamin D wird im Körper in Reaktion auf Sonnenlicht produziert und hat viele verschiedene Funktionen im Zusammenhang mit Krebs, Herzerkrankungen, Diabetes, Immunabwehr und Fruchtbarkeit. Grundsätzlich sind Kalzium und Vitamin D für die Erhaltung der Knochen  wichtig. Der beste Weg, sich die empfohlene Tagesdosis Kalzium zu sichern, ist es, Milchprodukte wie Milch, Käse, Joghurt oder kalziumreiches Blattgemüse zu essen. Bei Vitamin D bedeutet das, sich regemäßig dem Sonnenlicht auszusetzen. Nur ein paar Lebensmittel enthalten Vitamin D, dazu gehört fetter Seefisch wie Lachs.

Zuviel Vitamin D kann der Niere schaden

Die Aussagekraft der Meta-Studie ist insofern eingeschränkt, als dass nur gesunde Erwachsene betrachtet wurden. Auch war nicht bei allen Teilnehmern vor Studienbeginn die Vitamin-D-Konzentration im Blut getestet worden. Dass ein Zuviel an Vitamin D zu Nierenschäden führen kann, zeigten unlängst zwei Fallberichte.

Foto: womue/fotolia.com

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