Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Sterbe-Risiko

Schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Sterbe-Risiko. Das zeigt eine britische Studie. Der Alkoholkonsum ist mit Schlaganfall, tödlichem Aneurysma, Herzversagen und Tod verbunden.
bier, alkohol, alkoholkonsum

Mehr als sechs Gläser pro Wochen erhöhen das Risiko, vorzeitig an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben

Wer regelmäßig mehr Alkohol trinkt, als es zum Beispiel die britischen Richtlinien empfehlen, erhöht sein Sterbe-Risiko. Der Alkoholkonsum ist mit Schlaganfall, Herzversagen, tödlichen hypertensiven Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Tod verbunden.

Das zeigt eine Studie der University of Cambridge. Die Untersuchung wurde teilfinanziert von der British Heart Foundation. Sie widerlegt die verbreitete Annahme, dass mäßiger Alkoholkonsum für die kardiovaskuläre Gesundheit von Nutzen sei.

Schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Sterbe-Risiko

Die Forscher verglichen dafür die Gesundheitsdaten und Trinkgewohnheiten von über 600.000 Menschen in 19 Ländern. Berücksichtgt wurden dabei Faktoren wie Alter, Rauchen, Diabetes, Bildungsstand. Wie sich zeigte, lag die obere, sichere Grenze des Trinkens ungefähr bei fünf Getränken pro Woche. Das entspricht 100 g reinen Alkohols oder 2,5 Liter Bier oder 5,5 Gläsern Wein.

Männer und Frauen, die geringfügig mehr Alkohol tranken, erhöhten damit ihr Sterbe-Risiko. Die Einnahme von 10 oder mehr alkoholischen Getränken pro Woche war mit einer ein bis zwei Jahren kürzeren Lebenserwartung verbunden. Bei 18 oder mehr Drinks pro Woche verkürzte sich die Lebenserwartung um vier bis fünf Jahre.

 

Einziger Vorteil: nicht tödlicher Herzinfrakt ist seltener

Die Erhöhung des Alkoholspiegels hatte Auswirkungen auf den Blutdruck und das HDL-Cholesterin, auch bekannt als „gutes“ Cholesterin. Ein nicht tödlicher Herzinfarkt trat seltener auf, andere schwere und oft tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen dafür aber häufiger. Die Studie, die im Fachmagazin Lancet veröffentlicht wurde, unterstützt die 2016 gesenkten Alkohol-Richtlinien in Großbritannien. In anderen Ländern variieren diese.

Die Studie konzentrierte sich dabei auf Menschen, die regelmäig Alkohol tranken. Personen, die aufgrund schlechter Gesundheit bereits auf Alkohol verzichteten, waren nicht mit einbezogen. Die Studie verwendete den selbst gemeldeten Alkoholkonsum und stützte sich auf Beobachtungsdaten, so dass keine sicheren Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung getroffen werden können.

Alkoholrichtlinien sollten als Grenze nicht als Ziel gelten

Dr. Angela Wood von der Universität Cambridge, Hauptautor der Studie, sagte: "Wenn Sie bereits Alkohol trinken, kann ein geringerer Konsum Ihnen helfen, länger zu leben und Ihr Risiko für mehrere kardiovaskuläre Erkrankungen zu senken."

Victoria Taylor, Senior-Diätetikerin bei der British Heart Foundation, ergänzte: "Diese starke Studie mag die Länder ernüchtern, deren Empfehlungen auf einem höheren Niveau als in Großbritannien haben. Wir sollten uns immer daran erinnern, dass Alkoholrichtlinien als Grenze, nicht als Ziel dienen sollten und versuchen, deutlich unter diese Schwelle zu trinken."

Foto: monticellllo/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Alkohol
 

Weitere Nachrichten zum Thema Alkohol

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine mögliche Nebenwirkung der Covid-19-Impfung mit AstraZeneca ist die Hirnvenen-Thrombose. Geimpfte mit Kopfschmerzen sollten deshalb umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Warum? Eine Schwellung des Sehnervs ist das häufigste klinische Anzeichen dieser Impfkomplikation. So lässt sich ein Verdacht am schnellsten bestätigen – oder ausschließen.

Chinin ist ein altes Hausmittel gegen fiebrige Erkältungskrankheiten. Wissenschaftler aus Tübingen wollen die antivirale Wirkung nun im Kampf gegen COVID-19 nutzen. Erste Experimente an Zellkulturen zeigten bereits Erfolge.

Wer einen nachgewiesenen Vitamin D-Mangel hat, sollte sich öfter unter freiem Himmel bewegen oder – wenn das nicht reicht – Vitamin D-Präparate zu sich nehmen. Doch nicht jeder benötigt zusätzliches Vitamin D, selbst im Winter nicht.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin