Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.09.2017

Schon dreijährige Kinder haben eine Fettleber

Dass immer mehr Kinder zu dick sind, ist bekannt. Aber dass schon Dreijährige eine nicht-alkoholische Fettleber haben, ist wirklich alarmierend.
Wenn schon Kinder an einer Fettleber leiden, haben die Eltern etwas falsch gemacht

Wenn schon Kinder an einer Fettleber leiden, haben die Eltern etwas falsch gemacht

Am 20. September ist Weltkindertag. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Kindern eine Stimme geben!“ Schaut man sich aktuelle Gesundheitsdaten an - gilt eine Stimme mit Sicherheit einem Hilferuf: "Schützt uns vor Junk Food und Übergewicht." Doch wenn Eltern nicht auf das Gewicht ihres Nachwuchses achten, passiert das, was nun Zahlen schwarz auf weiß zeigen. 

Ein Report der Gesellschaft der Europäischen Gastroenterologen aus dem Jahr 2016 belegt, dass jedes zehnte in Europa von einem Arzt behandelte Kind eine nicht-alkoholische Fettleber hat. Sogar Dreijährige sollen unter den jungen Patienten sein. „Es gibt dringenden Handlungsbedarf, die Zahlen sind alarmierend“, sagt dazu der Kinderarzt und Leberspezialist Professor Ulrich Baumann, von der Medizinischen Hochschule Hannover. Immer mehr Kinder seien zu dick und litten unter einer chronischen Lebererkrankung, insbesondere der nicht-alkoholischen Fettleber.

WHO schlägt Alarm

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlägt Alarm: In Europa ist jedes dritte Kind im Alter zwischen sechs und neun Jahren krankhaft zu dick – und fast die Hälfte aller stark übergewichtigen Kinder entwickelt eine nicht-alkoholische Fettleber. Diese Lebererkrankung macht sich nur in sehr seltenen Fällen durch Krankheitssymptome bemerkbar, sie ist jedoch stets ein großes Gesundheitsrisiko: Auch bei Kindern besteht die Gefahr einer Leberentzündung und einer nicht mehr umkehrbaren Vernarbung des Leber-Gewebes, einer sogenannten Fibrose, die sich zu einer Leberzirrhose entwickeln kann. Vor allem bei einer bestehenden Zirrhose ist auch bei Kindern und Jugendlichen das Risiko für einen Leberzellkrebs deutlich erhöht.

 

Kinderärzte sollten die Leber checken

Bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen sollte der behandelnde Arzt immer auch eine Fettlebererkrankung abklären, raten Experten der Leberstiftung. Eine einfache Ultraschalluntersuchung könne bereits Leberveränderungen sichtbar machen. Darüber hinaus weisen auch erhöhte Leberwerte (GPT, GOT und GGT) auf eine Lebererkrankung hin. „Eine rechtzeitig gestellte Diagnose, eine Behandlung sowie eine Ernährungsumstellung und Sport können bewirken, dass sich die Fettablagerungen in der Leber wieder zurückbilden“, so Professor Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.

Immer auch an Hepatitis denken

Neben der nicht-alkoholischen Fettleber gibt es weitere Lebererkrankungen, an denen Kinder leiden können. Zu den häufigsten kindlichen Lebererkrankungen zählen zum Beispiel die Gallengangsatresie, verschiedenste Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen. Auch Entzündungen der Leber, zum Beispiel durch das Hepatitis B- oder Hepatitis C-Virus kommen vor.

Foto: © kwanchaichaiudom - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Übergewicht , Kinder , Leber
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fettleber

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
In Deutschland gibt es ein weltweit einmaliges System von mehr als 12.000 Betriebsärzten – eine Option, um die schleppend laufende Breitenimpfung gegen COVID-19 in Schwung zu bringen. Eine große Mehrheit der Beschäftigten würde ein Impfangebot ihres Arbeitgebers begrüßen. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV.


Alkohol kann im weiblichen Körper schneller Schäden anrichten als im männlichen. Darauf weist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hin. So kommt es bei Frauen leichter zu alkoholbedingten Leberschäden. Als besonders schädlich gilt auch das Trinken in der Schwangerschaft.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin