. Mobile Versorgung bei Schlaganfall

Schnelle Behandlung nach Schlaganfall in Berlin flächendeckend

Berlin ist die erste Millionenstadt weltweit, die eine flächendeckende mobile Versorgung bei Schlaganfall gewährleistet. Darauf weist die Berliner Uniklinik Charité hin.
Mobile Versorgung bei Schlaganfall mit drei MSU flächendeckend

Drei Spezialrettungsfahrzeuge für Schlaganfallpatienten sind in Berlin unterwegs.

Drei sogenannte Stroke-Einsatz-Mobile (STEMOs) sind seit dem Frühjahr in der Hauptstadt unterwegs, um eine mobile Versorgung bei Schlaganfall zu ermöglichen. Sie sind so stationiert, dass sie 94 Prozent der Berliner Versorgungsgebiete innerhalb kürzester Zeit erreichen.

„Wir freuen uns, dass wir in Berlin als erster Stadt weltweit über mehrere STEMOs verfügen und die prähospitale Schlaganfallversorgung damit nahezu der gesamten Bevölkerung anbieten können“, so Karsten Göwecke, der stellvertretende Landesbranddirektor Berlins. Projekte zur mobilen Versorgung bei Schlaganfall gibt es laut Charité außer in Berlin weltweit in mehr als 20 Metropolen, unter anderem in New York, Los Angeles, Melbourne und Bangkok.

Die drei Berliner Stemos werden von der Berliner Feuerwehr gemeinsam mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin, dem Unfallkrankenhaus Berlin und Vivantes betrieben. Die speziellen Notarztwagen sind mit Computertomographie (CT), Minilabor und extra qualifiziertem Personal ausgestattet.

Mobile Versorgung bei Schlaganfall ermöglicht frühere Behandlung

Ein Neurologe mit notfallmedizinischer Zusatzqualifikation gehört zur festen Besetzung der mobilen Stroke Units (MSU). Er kann die Schlaganfalltherapie mittels Thrombolyse nach Ausschluss einer Hirnblutung mittels CT bereits am Einsatzort starten. So wird wertvolle Zeit gewonnen. Denn es gilt als erwiesen, dass die Folgen eines Schlaganfalls umso schlimmer sind, je mehr Zeit bis zur Einleitung der Therapie beginnt.

Bisherige Untersuchungen zum Stemo-Einsatz haben gezeigt, dass die mobile Versorgung bei Schlaganfall sicher ist und die Zeit bis zum Beginn der Gerinnselauflösung, fachsprachlich Lysetherapie, durchschnittlich um 25 bis 30 Minuten verkürzt werden kann. Im Vergleich zur konventionellen Behandlung im Krankenhaus kann die Prognose bezüglich Versterben und langfristiger Behinderung Studien zufolge deutlich verbessert werden.

Mobile Versorgung bei Schlaganfall wird weiter erforscht

Aktuell läuft eine Studie zu den Langzeiteffekten der Stemo-Versorgung an der Charité Berlin. Sie untersucht, ob Hirninfarktpatienten nicht nur durch die frühere Lysebehandlung, sondern auch durch die schnellere Zuweisung in Kliniken mit Kathetertherapie profitieren und auch bei Hirnblutungen ein Behandlungsvorteil durch frühere Blutdrucksenkung und Gerinnungsnormalisierung erreichbar ist.

„Mit inzwischen drei Stemos im Einsatz verfügt Berlin nicht nur über eine einzigartige Versorgungsstruktur in der Schlaganfallrettung, sondern hat auch ideale Voraussetzungen, die Behandlungsforschung in der ultrafrühen Zeit nach dem Schlaganfallbeginn voranzubringen“, erläutert Prof. Dr. Heinrich Audebert vom Centrum für Schlaganfallforschung Berlin der Charité und STEMO-Projektleiter.

Foto: Charité Universitätsmedizin Berlin 

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