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Schnelldiagnose-Koffer aus Göttingen soll im Kampf gegen Ebola helfen

Infektionsforscher vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen haben ein tragbares Labor zur Schnelldiagnose von Ebola entwickelt. Das Mini-Labor steckt in einem Koffer und ist bis zu zehnmal schneller als die derzeitige Methode.
Schnelldiagnose-Koffer aus Göttingen soll im Kampf gegen Ebola helfen

Ebola-Diagnose in nur 15 Minuten: Das Mini-Labor aus Göttingen zieht in Kürze in einen Feldversuch nach Guinea

Mit seiner Erfindung hat es Dr. Ahmed Abd El Wahed vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen sogar schon ins Fernsehen geschafft. Jetzt soll das neu Mini-Labor zur Schnelldiagnose von Ebola in Afrika getestet werden. Der Diagnosekoffer enthält alle notwendigen Reagenzien und Ausrüstung um das Ebolavirus innerhalb von 15 Minuten direkt vor Ort nachzuweisen. Das „Labor-im-Koffer" wird mit Solarstrom betrieben und kommt ohne kühlbedürftige Reagenzien aus. Damit ist die Göttinger Erfindung nicht nur ungefähr sechs- bis zehnmal schneller als die derzeitige Diagnosemethode. Sie hilft auch Hürden vor Ort zu überwinden. So gibt es oftmals weder Strom noch eine zuverlässige Kühlkette und es fehlt an funktionierender Ausrüstung. All das erschwert es Wissenschaftler in Feldlaboratorien in Westafrika, das Ebolafieber zu diagnostizieren und zu bekämpfen.

Ebola-Diagnose in nur 15 Minuten

Nach Angaben des DPZ wird der Erfinder des Diagnosekoffers, Ahmed Abd El Wahed, nun fünf dieser Koffer für Untersuchungen in mehreren Ebola-Behandlungszentren in Guinea zusammenstellen. Dort soll das Kofferlabor in Kürze gemeinsam mit den Projektpartnern Institut Pasteur Dakar, dem staatlichen Gesundheitsinstitut von Guinea, der Universität von Stirling, dem Robert Koch Institut und der Firma TwistDx Ltd. im Feldversuch auf Tauglichkeit getestet werden.

Bislang werden zur Diagnose von Ebola, Tests eingesetzt, die auf dem Nachweis des Ebolavirus-Genoms im Blut oder Speichel von erkrankten Personen durch die Technik der Polymerasekettenreaktion (PCR) in Echtzeit beruhen. Für den Einsatz vor Ort ist diese Methode jedoch nicht geeignet. Deshalb müssen derzeit Proben aus den eigentlichen Regionen des Virusausbruchs in entfernte Laboratorien transportiert werden. Dabei soll es schon zu Überfällen auf die Transportfahrzeuge gekommen sein.

Der Göttinger Diagnosekoffer hingegen erlaubt den Nachweis von Ebolaviren am Ort des Geschehens in entlegenen Gebieten, aber auch auf Flughäfen und in Quarantänestationen. Das Mini-Labor nutzt die so genannte Rekombinase Polymerase Amplifikationstechnik(RPA) zur Analyse, die von Göttinger Virologen für den Nachweis von Ebola optimiert wurde. RPA ist ebenso empfindlich wie PCR, aber wesentlich schneller und arbeitet bei gleichbleibender Temperatur, so dass kein wiederholtes Aufheizen wie bei der PCR nötig ist. Darüber hinaus sind die Bestandteile des RPA-Tests bei Umgebungstemperatur verwend- und transportierbar, was sie unabhängig von Kühlketten macht.

Besseres Management der Ebola-Krise erhofft

„Eine frühere Diagnose der Ebolavirus-Infektion wird zu effektiverer Viruskontrolle führen, da das Gesundheitspersonal Ebolapatienten damit schneller identifizieren und isolieren kann", erläutert Christiane Stahl-Hennig, Leiterin der Abteilung Infektionsmodelle am DPZ. „In abgelegenen Gegenden sind Ressourcen wie Strom und Kühlketten in den Krisengebieten kaum verfügbar", ergänzt Ahmed Abd El Wahed, „daher sind wir sicher, dass der Diagnosekoffer zu einem besseren Management der Ebola-Krise beitragen kann".

Foto ©DPZ: Infektionsforscher Dr. Ahmed Abd El Wahed und die Leiterin der Abteilung Infektionsmodelle am DPZ, Dr. med. vet. Christiane Stahl-Hennig

Hauptkategorie: Medizin
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