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19.03.2021, aktualisiert: 16.04.2021

Schmerzmittel vor Covid-19-Impfung einnehmen ist nicht ratsam

Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.
Nebenwirkungen der Covid-19-Impfung prophylaktisch mit Tabletten zu behandeln, ist nicht zu empfehlen

Vor einer Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Das erklärt die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC).

Abgeraten wird auch davon, vor der Impfung Antihistaminika einzunehmen, um allergischen Reaktionen vorzubeugen. Wer die Schmerzmittel aus anderen Gründen regelmäßig einnimmt, sollte Sie weiterhin einsetzen, heißt es weiter bei den CDC.

Schmerzmittel vor Covid-19-Impfung nicht ratsam

Zu den gängigen Nebenwirkungen der Covid-19-Impfung zählen Schmerzempfindlichkeit, Schwellung und/oder Rötung in dem Arm, in den der Impfstoff injiziert wurde, Müdigkeitsgefühl, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Fieber von 38 Grad Celsius oder mehr.

Einige Studien haben gezeigt, dass die Einnahme von Schmerzmitteln unmittelbar vor Erhalt eines Impfstoffs dessen Immunogenität beeinträchtigen könnte, darauf weisen Forscher der University of British Columbia in einem im Fachmagazin Chest erschienenen Papier hin.

 

Schmerzmittel kurz nach der Covid-19-Impfung? 

In einer 2009 im Fachmagazin Lancet veröffentlichten Studie wurde die Wirkung von Paracetamol bei Säuglingen (prophylaktisch) unmittelbar nach einer Impfung untersucht. Ergebnis: Die Antikörpertiter bei Babys, die Paracetamol erhielten, waren im Vergleich zur Kontroll-Gruppe signifikant erniedrigt. Unklar ist, ob die Reduktion der Antikörper die Immunantwort klinisch relevant schwächt.

Sollte man Schmerzmittel auch kurz nach einer Impfung nicht einnehmen? Eine Studie von 2014 zeigt, dass die Einnahme von Paracetamol sechs Stunden nach der Impfung keinen Einfluss auf die Immunantwort hatte. Eine sofortige Einnahme des Schmerzmittels schwächte die Immunantwort. Der Kieler Pharmakologe Thomas Herdegen kommentiert im Ärzteblatt: "Daraus könnte man die Empfehlung ableiten,  frühestens nach 6 Stunden COX-Hemmer (gängige Schmerzmittel, Anm. d. Red.) zu geben, wenn die primären Prozesse der Immunisierung abgelaufen sind".

Bei AstraZeneca hatte Paracetamol keinen Einfluss

Der Mechanismus der verminderten zirkulierenden Antikörper aufgrund der Verabreichung von Fiebersenkern nach der Impfung sei nicht gut verstanden, heißt es weiter im Fachmagazin Chest. Einer Theorie zufolge könnten Antipyretika wie Paracetamol und Ibuprofen die Kommunikation zwischen dem angeborenen und dem adaptiven Immunsystem im Lymphgewebe stören, die innerhalb von Stunden nach der Antigenverabreichung auftritt.

Bisher hat keine Studie speziell die Wirkung von Antipyretika auf die Immunogenität der Covid-19-Impfstoffe untersucht. In einem kürzlich veröffentlichten Bericht über den AstraZeneca-Impfstoff hat die prophylaktische Anwendung von Paracetamol die Immunogenität des Impfstoffs aber nicht beeinträchtigt. Entsprechende Daten zu Moderna und Biontech/Pfizer gibt es nicht.

In einem Merkblatt des Robert Koch-Instituts zur Covid-19-Impfung heißt es: Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente (zum Beispiel Paracetamol) eingenommen werden. Bei Patienten, die wegen einer Herzkrankheit Aspirin 100 mg einnehmen, sei die Corona-Impfung uneingeschränkt möglich, ergänzt die Deutsche Herzstiftung.

Foto: Adobe Stock/Siam

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