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Schmerzkrankheit wird in Berlin und Brandenburg besser erkannt

Donnerstag, 16. Juni 2016 – Autor: Angela Mißlbeck
In Berlin und Brandenburg werden Schmerzpatienten besser erkannt als anderswo in Deutschland. In den beiden Bundesländern sind rund 40 Prozent mehr Patienten mit Schmerzkrankheit diagnostiziert als im Bundesdurchschnitt. Das ist ein Ergebnis des Arztreports der Barmer GEK.
Schmerztherapie in Deutschland muss noch verbessert werden.

In Berlin und Brandenburg finden Schmerzpatienten häufiger den Weg zur Therapie als anderswo. – Foto: sk_design - Fotolia

Im Jahr 2014 stellten Ärzte bei 5,7 Prozent der Berliner und 5,8 Prozent der Brandenburger die Diagnose „Chronischer Schmerz“. Im bundesweiten Durchschnitt werden vier Prozent der Versicherten als chronische Schmerzpatienten diagnostiziert. Dabei wird die Diagnose im Osten häufiger gestellt als im Westen. Von chronischen Schmerzen sprechen Fachleute ab einer Dauer von drei Monaten. Sie gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus, weil längst nicht jeder Mensch mit langanhaltenden Schmerzen sich ärztlich versorgen lässt und die entsprechende Diagnose erhält.

Die Barmer weist darauf hin, dass die Schmerzversorgung in Berlin und Brandenburg besser funktioniert als in den übrigen Regionen Deutschlands. In der Hauptstadtregion gibt es demnach mehr Schmerztherapeuten als in anderen Bundesländern. 1,9 Schmerztherapeuten standen 2014 in Berlin für 100.000 Einwohner zur Verfügung, in Brandenburg waren es 2,6, im Bundesdurchschnitt dagegen nur 1,4.

Schmerzversorgung in Berlin und Brandenburg am besten

Auch die Schmerzbehandlung ist in Berlin-Brandenburg dem Report zufolge deutlich intensiver als im übrigen Bundesgebiet. Von 100.000 Einwohnern wurden 2014 in Berlin 1319 und in Brandenburg 1278 als chronische Schmerzpatienten behandelt. Bundesweit waren es nur 809. Eine multimodale Schmerztherapie im Krankenhaus haben in Brandenburg 109,2 von 100.000 Einwohnern erfahren, in Berlin nur 43,1 und im Bundesdurchschnitt 74,9.

Die krassen Unterschiede zwischen Hauptstadt und Umland führt die Krankenkasse unter anderem darauf zurück, dass es in Brandenburg mehr Krankenhäuser gibt, die diese Therapie anbieten und manche von ihnen auch einen besonderen Ruf genießen. Den Angaben zufolge lassen sich auch viele Berliner Schmerzpatienten in Brandenburger Kliniken behandeln.

 

Immer mehr Schmerzkranke durch demografische Entwicklung

Die Krankenkasse und Schmerzexperten gehen davon aus, dass die Zahl der Betroffenen weiter steigt. Denn es sind vor allem ältere Menschen, bei denen chronische Schmerzen diagnostiziert werden.

Mit Blick darauf unterstützt die Barmer GEK Landesvertretung Berlin/Brandenburg die Forderung der Deutschen Schmerzgesellschaft nach einem abgestimmten Vorgehen von Politik, Kassen und Ärzten und Therapeuten. „Für uns ist ganz wihtig, dass die Bekämpfung von chronischen Schmerzen zum Nationalen Gesundheitsziel wird“, sagte Landesgeschäftsführerin Gabriela Leyh am Mittwoch in Berlin. Sie fordert zudem „Verbindliche Qualitätsstandards für die Schmerztherapie.

Foto: sk design - fotolia.com

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