. Komplementärmedizin

Schmerzen ohne Medikamente behandeln

Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Immer mehr von ihnen setzen auf komplementärmedizinische Behandlungen. Forscher haben nun analysiert, bei welchen Beschwerden Yoga, Meditation und Massagen tatsächlich helfen.
Chronische SChmerzen behandeln

Bei Schmerzen können alternative Heilverfahren sinnvoll sein

Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen. Weltweit leiden Schätzungen zufolge etwa eineinhalb Milliarden Menschen darunter. In Deutschland sollen es über zwei Millionen sein. Häufig werden den Betroffenen starke Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antiepileptika verschrieben. Doch diese Medikamente können schwere Nebenwirkungen hervorrufen, abhängig machen oder selbst wiederum zu chronischen Schmerzen führen. Außerdem wird durch die Arzneimittel häufig keine vollständige Linderung der Schmerzen erreicht. Das Interesse an alternativen Heilverfahren wächst daher. Wissenschaftler vom US-National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) haben nun in den Mayo Clinic Proceedings einen Überblick über die derzeitige Evidenz der unterschiedlichen komplementärmedizinischen Therapien gegeben.

Yoga, Akupunktur und Tai Chi können Schmerzen bekämpfen

Zu den komplementärmedizinischen Therapien, die bei Schmerzen eingesetzt werden, gehören Akupunktur, Osteopathie, Massagen, Meditation, Nahrungsergänzungsmittel, Yoga, Tai Chi oder Chi Gong. Diese Behandlungsmethoden werden seit einigen Jahren immer öfter in randomisierten kontrollierten Studien auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit hin untersucht. Forscher um den Epidemiologen Richard Nahin haben nun die Ergebnisse aus 105 Studien zusammengefasst.

Wie sich zeigte, gibt es mehrere komplementärmedizinische Ansätze, durch die Schmerzen wirksam und sicher bekämpft werden können, auch wenn sie - ähnlich wie Medikamente - die Schmerzen selten vollständig lindern. Die beste Evidenz für eine Wirkung bei Rückenschmerzen zeigten Yoga und Akupunktur. Knieschmerzen konnten gut durch Akupunktur und Tai Chi gelindert werden, Nackenschmerzen eher durch Massagen. Bei Kopfschmerzen und Migräne erzielten wiederum Entspannungsübungen die beste Wirkung. Bei Fibromyalgie konnten nicht ganz so überzeugende Ergebnisse erzielt werden, dennoch scheinen Entspannungsübungen und Tai Chi hier eine gewisse Wirkung zu haben.

Schmerzmittel können Magen-Darm-Trakt schädigen

Chronische Schmerzen gehören mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Die häufigsten Ursachen sind rheumatische Erkrankungen wie Arthritis, Erkrankungen des Nervensystems oder Probleme mit der Rückenmuskulatur oder der Wirbelsäule. Schmerzpatienten erhalten häufig eine multimodale Therapie, bei der verschiedene Verfahren miteinander kombiniert werden. Dadurch kann beispielsweise die Menge der notwendigen Schmerzmittel reduziert werden. Neben Physiotherapie und alternativen Heilverfahren wie Yoga oder Akupunktur kommen dabei meist auch psychotherapeutische Interventionen zum Einsatz.

Foto: drubig-photo - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Chronische Schmerzen

| Yoga, Meditation, Qigong und andere Verfahren der Mind-Body-Medizin haben einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. Eine Analyse von 18 Studien zeigt nun tatsächlich Veränderungen in der Genaktivität auf. Dies betrifft vor allem die Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Ablehnen und erst nach Widerspruch genehmigen – das scheint gängige Praxis der Krankenkassen bei Anträgen auf Mutter-/Vater-Kind-Kuren zu sein. Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung Ingrid Fischbach kritisiert diese „Missstände im Genehmigungsverhalten“.
Die HIV-Prophylaxe wird preiswerter: Ein Generikum des zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) eingesetzten Medikaments Truvada ist künftig für gut 50 Euro im Monat erhältlich.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.