Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Schlechter Schlaf liegt oft an Lebensgewohnheiten

Millionen Menschen klagen über Schlafprobleme. Die Ursachen sind oft banaler als viele denken. Eine Änderung der Lebensgewohnheiten kann in vielen Fällen Abhilfe schaffen. Hier die wichtigsten Tipps.
Tipps gegen Schlafstörungen

Schlafstörungen haben verschiedene Ursachen. Oft liegt es nur an den falschen Lebensgewohnheiten

Schlechter Schlaf kann das Leben ganz schön vermiesen. Der eine quält sich mit Einschlafproblemen, der andere wacht nachts auf und ist dann mitten in der Nacht hellwach. Wer unausgeschlafen ist, ist nicht nur weniger leistungsfähig, sondern auch anfälliger für Infektionen, Depressionen und viele andere Erkrankungen.

Stress ist einer der bekanntesten und häufigsten Schlafkiller. Doch gerade ältere Menschen haben gar keinen Stress und schlafen trotzdem schlecht. Schlafmittel können zwar kurzfristig helfen, gehen aber nicht an den Kern des Problems. Zudem machen chemische Schlaftabletten abhängig. Deswegen ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen. Und die liegen häufig an falschen Lebensgewohnheiten, die viele gar nicht mit ihren Schlafproblemen zusammenbringen.

Smartphones & Co. abends abschalten

Dazu gehört zum Beispiel die Nutzung von Computer, Tablet und Handy. Das blaue Licht der Geräte stört nachweislich die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Wer also bis spät in den Abend herumdaddelt, wird aufgekratzt und mit Sicherheit schlecht schlafen. Apps können das blaue Licht herausfiltern, in neueren Geräten sind die Filter schon eingebaut. Die Funktion sollte unbedingt aktiviert werden. Außerdem sollte man die Geräte ab einer gewissen Uhrzeit gar nicht mehr benutzen und das Schlafzimmer zur Tabuzone für Smartphone & Co. erklären. Denn es ist nicht nur das blaue Licht, das uns wachhält, sondern auch die Fülle an aufkratzenden Informationen und der Elektrosmog generell.

 

Licht dämmen

Diese Hygienemaßnahme sollte auch auf andere Dinge angewendet werden, die uns wachhalten, zum Beispiel die Post lesen oder Nachrichten hören. Im Bett oder kurz vor dem Schlafen gehen ist kein Platz für Tagesgeschäft. Beruhigende Geschichten, Musik oder Entspannungsübungen lassen uns besser (ein-) schlafen. Auch das Licht sollte abends gedämmt werden, ein Signal für den Körper, dass jetzt Schlafenszeit ist. UV-Licht wirkt übrigens ebenfalls stimulierend, deswegen sind wir im Sommer wacher als im Winter. Sonnenstudios sind deswegen in späten Nachmittgasstunden für Menschen mit Schlafstörungen tabu. 

Mehr bewegen

Ein weiterer Grund für schlechten Schlaf ist Bewegungsmangel. Etwas mehr Bewegung in den Alltag einbringen, kann viel bewirken. Wer keine Zeit hat, nach dem Büro noch ins Fitnessstudio zu gehen, könnte beispielsweise das Fahrrad nehmen, (einen Teil der Strecke) zu Fuß gehen oder statt dem Aufzug die Treppe nehmen. Oder die Mittagspause für einen Spaziergang an der frischen Luft nutzen. Es gibt viele Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Tag einzubauen, ohne dass das Zeitkonto allzu sehr belastet wird.

Koffein meiden

Koffein ist der Wachmacher schlechthin. Viele Menschen trinken deshalb ab 15 Uhr keinen Kaffee mehr. Doch was viele nicht beachten: Auch schwarzer und insbesondere grüner Tee sind Koffeinbomben. Koffein steckt außerdem in Cola, Energy Drinks, Eistee, Schokolade und in einigen Kopfschmerztabletten. Im Zweifel in den Beipackzettel gucken.

Zucker und Glutamat streichen

Glutamat kann für empfindliche Menschen ebenfalls gefährlich sein. Es steckt vor allem als Geschmacksverstärker in Fertiggerichten und in asiatischem Essen, bekannt als China-Restaurant-Syndrom. Zucker wirkt ebenfalls anregend. Süßigkeiten sollten deshalb reduziert und am Abend komplett vermieden werden.

Nicht zu früh ins Bett gehen

Ein Fehler, den viele Menschen mit Schlafproblemen machen: Tagsüber schlafen und /oder abends zu früh Bett gehen. Gerade ältere Menschen machen tagsüber häufig ein oder mehrere Nickerchen und gehen abends früh schlafen. Dadurch entsteht ein Teufelskreislauf aus Tagesmüdigkeit und gestörter Nachtruhe. Indem man so lange wach bleibt, bis man am Abend richtig müde ist, kann dieser Teufelskreislauf durchbrochen werden.

Stress vermeiden

Stress vermeiden, ist leichter gesagt als getan. Doch dem Stress kann man mit Entspannungsübungen wie Muskelrelaxation nach Jacobson, Meditation, Autogenem Training oder Yoga etwas entgegensetzen. Apps gibt hierzu in Hülle und Fülle. Viele Übungen dauern nicht länger als eine Viertelstunde und lassen sich somit gut, in den Alltag einbauen. Ein Spaziergang am Abend und tiefes Durchatmen am offenen Fenster haben ebenfalls eine entspannende Wirkung. 

Foto:© kieferpix – Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlafstörung , Schlafmittel
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaf

19.09.2020

Viele Menschen leiden unter Schlafproblemen. Die häufigsten Gründe: Stress und falsche Gewohnheiten. Einige einfache Tricks können dazu beitragen, wieder zu einem besseren Schlafrhythmus zu finden.

01.01.2021

In unbekannten Situationen neue Regeln zu finden, verlangt dem Gehirn Höchstleistungen ab. Daher ist es auch so schwer, alte Verhaltensweisen abzulegen. Forscher des Leibniz-Instituts für Neurobiologie Magdeburg (LIN) haben die Mechanismen dahinter nun genauer untersucht.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Alzheimer gehört neben Krebs zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Wie sich das Risiko für den Gedächtnisschwund senken lässt, zeigt ein neuer kostenloser Online-Kurs der Alzheimer Forschung Initiative.


 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin