Schlagzeugspielen verändert Gehirn

Dass das Spielen eines Musikinstruments das Gehirn zum Positiven verändert, ist seit Langem bekannt. Nun wurden solche Veränderungen auch bei Schlagzeugspielern nachgewiesen.
Forscher konnten zeigen, wie Schlagzeugspielen das Gehirn strukturell und funktionell verändert

Dickere Fasern, effizientere Hirnorganisation: Forscher konnten zeigen, wie Schlagzeugspielen das Gehirn strukturell und funktionell verändert

Wer ein Instrument spielt, der tut auch etwas für sein Gehirn. So ist bekannt, dass das Musizieren über neuroplastische Prozesse Hirnstrukturen verändern kann. Das trifft offenbar auch auf das Schlagzeugspielen zu, wie Forscher der Universität Bochum jetzt zeigen konnten.

In der Studie wurden 20 professionelle Schlagzeugspieler mit verschiedenen MRT-Bildgebungstechniken untersucht, die Einblicke in Struktur und Funktion des Gehirns erlauben. Anschließend wurden die Daten mit den Untersuchungsergebnissen von 24 unmusikalischen Probanden verglichen. Vor den Hirnscans mussten alle Probanden Schlagzeug spielen, auch die Laien.

Dickerer "Draht" zwischen beiden Hirnhälftenbei Musikern

Das Ergebnis: Die Schlagzeuger hatten weniger, aber dafür dickere Fasern im vorderen Teil des Corpus Callosums, einer Hirnstruktur, die die beiden Hirnhälften miteinander verbindet. Genau dieser Teil ist für die Planung der Motorik verantwortlich. Dadurch können die Musiker Informationen schneller zwischen den Hirnhälften austauschen als die Kontrollpersonen. Je dicker diese „Datenverbindungen“ im Corpus Callosum waren, desto besser waren die Fähigkeiten beim Schlagzeugspielen.

Das Gehirn arbeitet mit weniger Energie und effizienter

Funktionelle Untersuchungen zeigten außerdem, dass das Gehirn von Schlagzeugern bei motorischen Aufgaben weniger aktiv war als das der Kontrollprobanden. Dieses als „Sparse Sampling“ bezeichnete Phänomen sorgt für eine effizientere Hirnorganisation in den Arealen bei den Profis.

„Die meisten Menschen können feinmotorische Aufgaben nur mit einer Hand ausführen und haben Probleme, mit beiden Händen gleichzeitig unterschiedliche Rhythmen zu spielen“, erklärt Neurowissenschaftlerin Dr. Lara Schlaffke. „Schlagzeuger können Dinge, die für untrainierte Menschen unmöglich sind.“

Die Ergebnisse der Studie "Boom Chack Boom – A multimethod investigation of motor inhibition in professional drummers" wurden in der Zeitschrift „Brain and Behavior“ veröffentlicht und sind seit dem 4. Dezember online.

Da zwar viel über das Musizieren an sich, aber wenig über Schlagzeugspielen im Speziellen bekannt ist, wollen die Neurowissenschaftler ihre Studie nun fortsetzen. In einem Nachfolgeprojekt soll untersucht werden, wie sich besonders lange Erfahrung beim Schlagzeugspielen auf das Gehirn auswirkt.

Foto: pixabay

Autor: ham
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