. Neurologische Rehabilitation

Schlaganfallrehabilitation am Küchentisch

Schlaganfallpatienten können ihre kognitiven Fähigkeiten neuerdings mit einem Online-Gehirntraining von zu Hause aus verbessern. Als erste gesetzliche Krankenkasse hat die BKK eine Kostenübernahme angekündigt.
Schlaganfallrehabilitation am Küchentisch

Online-Gehirntraining für Schlaganfallpatienten: BKK erstatte die Kosten teilweise

Die Rehabilitation nach Schlaganfall ist oft mühsam. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen behält dauerhaft leichte bis schwere Defizite, auch die Denkleistung ist häufig beeinträchtigt. Ein speziell für die Schlaganfallrehabilitation entwickeltes Online-Gehirntraining kann eine sinnvolle Therapie-Ergänzung nach dem Klinikaufenthalt sein. Der Vorteil: Patienten können von zu Hause aus mit Laptop oder Tablet-PC ihre kognitiven Fähigkeiten trainieren – ohne auf Fremdhilfe angewiesen zu sein.  

Neurologische Rehabilitation: Nach der Klinik zuhause weiter trainieren

Die Krankasse BKK hat das Programm namens Neuronation mittlerweile in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Damit ist sie die erste Kasse überhaupt, die eine derartige online-Lösung für die neuro-Rehabilitation bezahlt. „Die BKK ist eine der wenigen Krankenkassen, die sich für Behandlungsergänzungen für Schlaganfallpatienten einsetzt“, betont Katrin Bremora, Fachreferentin im Versorgungsmanagement der DEUTSCHEN BKK. Die Kasse sei überzeugt, dass das häusliche Training den Patienten nutze, ihre kognitiven Fähigkeiten stetig zu verbessern. Der Geschäftsführer des Berliner Start-up Unternehmens NeuroNation glaubt indes, dass weitere Kassen nachziehen werden. „Freiwillige Kostenerstattungen von Digital Health-Technologien oder ‚Apps auf Rezept‘ werden in der medizinischen Betreuung in Zukunft eine große Rolle spielen“, sagt Rojahn Ahmadi.

Behandlungserfolg ist zum Beispiel an der Reaktionsgeschwindigkeit messbar

Für die Kooperation mit der DEUTSCHEN BKK hat NeuroNation nach eigenen Angaben standardisierte neurologische Tests digitalisiert und spielerisch aufbereitet. Getestet und gemessen werden etwa die Reaktionsgeschwindigkeit, Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeit, Belastbarkeit und Informationsverarbeitungsfähigkeit. Eine Wiederholung des Eingangstest misst die Fortschritte in den verschiedenen Bereichen und dokumentiert den Behandlungserfolg.

An der Entwicklung des Online-Gehirntrainings waren auch Wissenschaftler vom Arbeitsbereich Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie der Freien Universität Berlin und dem Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Technischen Universität Dortmund beteiligt. Im Jahr 2013 wurde das Projekt mit dem Leonardo-Gesundheitspreis für digitale Prävention ausgezeichnet. Das Online-Training soll nämlich auch dabei helfen, Demenzerkrankungen zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.

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