. 24-Stunden-Dienste

Schlaftrunken ans Skalpell?

Mit einer provokativen Plakataktion macht der Hartmannbund auf ein immer drängenderes Problem an deutschen Krankenhäusern aufmerksam. Besonders der sich abzeichnende Ärztemangel bei gleichzeitiger Zunahme der Patientenkontakte und Behandlungsfälle führt an den Kliniken immer häufiger zu einer exzessiven "Auslegung" des Arbeitszeitgesetzes.
Plakataktion des Hartmannbundes

Plakataktion des Hartmannbundes

24-Stunden-Dienste oder 48-Stunden-Wochen sind nicht mehr wie vorgesehen die Ausnahme, sondern im Arbeitsalltag der Ärzte inzwischen die Regel. Mit einer Plakataktion, die den Titel "Schlaftrunken ans Skalpell?" trägt, macht der Hartmannbund nun auf dieses Problem aufmerksam. Der Hartmannbund-Vorsitzende Prof. Dr. Kuno Winn appelliert damit an Klinikbetreiber und Personalverantwortliche, alles Notwendige für die Einhaltung geregelter Arbeitszeiten von Ärzten an ihren Häusern zu tun - auch aus Verantwortung für die Patienten.

"Die Überarbeitung der Ärzte verursacht nicht nur Unzufriedenheit mit der Arbeit. Sie führt häufig auch zum Wunsch nach dem Wechsel der Arbeitsstätte oder gar zur Suche nach Berufsfeldern ausserhalb des kurativen Bereiches. Übermüdung gefährdet vor allem jeden Tag ganz konkret die Gesundheit von Ärzten und ihren Patienten", warnte Kuno Winn in Berlin.

Übermüdung, ein Problem

Studien haben ergeben: Überarbeitung und die daraus resultierende Übermüdung haben auf den menschlichen Körper dieselbe Wirkung wie Alkoholkonsum. Im Klartext: 17 Stunden ohne Schlaf entsprechen 0,5 Promille, 24 Stunden bereits 1,0 Promille. "Mit dieser "Alkoholmenge" im Blut trägt bei einem Verkehrsunfall grundsätzlich der Fahrer die Schuld - auch wenn er den Crash gar nicht verursacht hat. Doch auf dem OP-Tisch bleibt es definitiv nicht beim Blechschaden, hier geht es immer um Menschenleben", sagte Winn.

Das Plakat zur Aktion sowie das dazu gehörige Flugblatt erhalten Mitglieder des Hartmannbundes auf Anfrage kostenlos, Nichtmitglieder tragen die Porto-Gebühr.

Weitere Informationen:

Petra Schröter
Sekretariat Pressereferat
Hartmannbund - Verband der Ärzte Deutschlands e. V.
Schützenstrasse 6a
10117 Berlin
Telefon 030 206208-11
Telefax 030 206208-14

petra.schroeter(at)hartmannbund.de

http://www.hartmannbund.de/

Weitere Nachrichten zum Thema Ärzte

| Zeit- und Personalmangel sind ein immer ernster werdendes Problem im deutschen Gesundheitswesen. Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) warnt nun, dass die medizinische Qualität unter der zunehmenden Versorgungsverdichtung leiden kann.
| Sie wollen anderen helfen und brauchen doch selbst manchmal Hilfe: Ärzte, die bis zur Erschöpfung arbeiten und in einem immer komplexer werdenden Gesundheitssystem aufgerieben werden. Nicht selten droht ihnen der Burnout.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.