. Folgen von Schlafmangel

Schlafstörungen: Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

Schlechter Schlaf beeinträchtigt unsere Gesundheit auf vielfältige Weise – das zeigen immer mehr Studien. Nun konnten Forscher zeigen, dass er auch das Risiko für einen vorzeitigen Tod durch Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöht.

Ein- und Durschlafstörungen gefährden auf Dauer die Herzgesundheit

Mittlerweile konnte eine Reihe von Untersuchungen zeigen, wie wichtig regelmäßiger und ausreichender Schlaf für unsere Gesundheit ist. Dennoch schlafen wir immer weniger. Die Gründe dafür sehen Experten vor allem in den neuen Medien, der ständigen Erreichbarkeit, Stress und Schichtarbeit – all dies raubt Menschen ihren Schlaf und beeinträchtigt sie in ihrer Leistungsfähigkeit. Nun hat eine neue Studie weitere Hinweise dafür gefunden, wie gefährlich dauerhafte Schlafstörungen sein können. In einer Meta-Analyse, deren Ergebnisse im European Journal of Preventive Cardiology veröffentlicht wurden, konnten Wissenschaftler zeigen, dass ein nicht erholsamer Schlaf auf Dauer das Risiko erhöht, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Einschlafstörungen erhöhten Risiko um fast ein Drittel

15 prospektive Kohortenstudien mit einer jeweils mindestens zweijährigen Nachuntersuchungszeit hatten die chinesischen Forscher analysiert. Insgesamt hatten über 160.000 Personen an den Studien teilgenommen. Für ihre Berechnungen stellten die Forscher nun die verschiedenen Symptome der Schlafstörungen (wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Einschlafen und bei der Aufrechterhaltung des Schlafes sowie nicht erholsamer Schlaf) mit der Wahrscheinlichkeit für den Tod durch Herzerkrankungen oder durch einen Schlaganfall in Beziehung.

Wie sich zeigte, hatten Menschen, die Schwierigkeiten beim Einschlafen aufwiesen, ein um 27 Prozent erhöhtes Risiko für einen vorzeitigen Tod durch Herzerkrankungen oder Schlaganfälle. Wer Probleme bei der Aufrechterhaltung des Schlafes hatte, wies ein um 11 Prozent erhöhtes Risiko auf und Menschen mit Schwierigkeiten beim nicht-restaurativen Schlaf hatten ein um 18 Prozent höheres Risiko. Eine Verbindung zwischen dem Erwachen am frühen Morgen und den untersuchten Risiken konnten die Wissenschaftler allerdings nicht finden.

Schlechter Schlaf kann Blutdruck erhöhen und Entzündungen triggern

Zu bemängeln ist, dass die Studie in ihren Berechnungen nicht den Einfluss von Depressionen berücksichtigt hat – denn Depressionen können sowohl Ursache als auch Folge von Schlafstörungen sein und sind ebenfalls mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Doch frühere Studien haben bereits Hinweise geliefert, dass es durchaus eine direkte Wirkung von Schlaflosigkeit auf kardiovaskuläre Funktionen gibt. So können länger anhaltende Schlafstörungen unter anderem den Stoffwechsel sowie die Produktion von Insulin und anderen Hormonen beeinflussen. Zudem erhöht schlechter Schlaf den Blutdruck und verschiedene Entzündungsfaktoren – was wiederum Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle sind.

Foto: © Gina Sanders - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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