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05.10.2020

Schlafstörungen erhöhen Risiko für Herzinfarkt, Demenz oder Depressionen

Chronische Schlaferkrankungen sind ein Risikofaktor für gesundheitliche Langzeitschädigungen und Folgeerkrankungen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) hin. Weil der Sinn des Schlafs darin besteht, das Bewusstsein für ein paar Stunden abzuschalten, bleiben diese Probleme oft unentdeckt.
Schlafapnoe: Mann schläft im Bett mit Beatmungsmaske im Gesicht

Wenn im Schlaf die Atmung aussetzt: Schlafapnoe gehört zu den als besonders gefährlich geltenden Arten von Schlafstörung. Behandelt wird sie insbesondere mit einem sogenannten CPAP-Beatmungsgerät.

Schlaf ist gesund: Im Schlaf regeneriert und repariert sich der Körper. Im Schlaf prägt sich tagsüber Erlerntes ins Langzeitgedächtnis ein. Im Schlaf liegt eine wichtige Quelle für Konzentrationsfähigkeit und Fitness am nächsten Tag. Umgekehrt können Schlafstörungen krank machen, wenn sie chronisch auftreten. Bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) heißt es deshalb: „Eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Schlafstörungen ist wichtig, um Langzeitschädigungen zu vermeiden.“

Chronische Schlaferkrankungen, die schlimmstenfalls sogar unentdeckt bleiben, sind der DGSM zufolge „ein klarer Risikofaktor für gesundheitliche Langzeitschädigungen und Folgeerkrankungen“. Einige Beispiele:

Schlafstörungen und deren mögliche Folgen

Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf):
Hohes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu bekommen oder einen Schlaganfall zu erleiden oder an Demenz zu erkranken.

Insomnien (Ein- und Durchschlafstörungen):
Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes sowie psychische Erkrankungen, vor allem Depressionen und Angststörungen.

REM-Schlaf-Verhaltensstörung:
Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen. Studien besagen: 80 Prozent aller Betroffenen erkranken innerhalb der nächsten 15 Jahre an Morbus Parkinson.

Wer Schlafstörungen hat, empfindet mehr seelischen und körperlichen Stress. Schlafqualität auf der einen und körperliche und psychische Gesundheit auf der anderen Seite beeinflussen sich gegenseitig. Von Schlafstörungen sind bestimmte Gruppen in der Bevölkerung besonders betroffen, so etwa Frauen, Ältere, Arbeitslose oder allein Lebende.

 

Unkundige ärztliche Behandlung kann Probleme noch verstärken

Allerdings beobachtet die Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, dass Schlafstörungen von Ärzten offenbar nicht immer adäquat behandelt werden. Mehr noch: dass eine inadäquate Behandlung das Problem sogar noch verschlimmern kann. Zwei Beispiele: „Wir wissen, dass die Behandlung mit Schlaf- oder Schmerzmitteln eine Schlafapnoe zum Beispiel verstärkt", sagt der Geriater und Schlafmediziner Helmut Frohnhofen. „Bei einer REM-Schlafverhaltensstörung ist es unter anderem falsch, mit Beruhigungsmitteln zu behandeln.“

Schlafmedizin: Therapie und Kontrollen müssen langfristig sein

Eine erfolgversprechende schlafmedizinischen Behandlung lebt davon, dass Therapie und Kontrollen regelmäßig und langfristig erfolgen. Gerade bei der Obstruktiven Schlafapnoe (siehe Foto) sind laut DGSM eine Langzeitkontrolle wichtig sowie eine regelmäßige Anpassung der Geräte auf Veränderungen beim Patienten, etwa durch Alter, Gewichtszunahme oder Lebensumstände.

Die DGSM fordert behandelnde Mediziner deshalb dazu auf, Schlaferkrankungen gemäß der Leitlinien der Gesellschaft zu therapieren. Diese enthalten evidenzbasierte Richtlinien, etwa für eine medikamentöse Therapie: also einen Katalog von diagnostischen und therapeutischen Schritten, die wissenschaftlich bestätigt sind und als besonders effektiv gelten.

Foto: AdobeStock/graustufen

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Hauptkategorie: Medizin
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