. PESA-Studie

Schlafmangel erhöht Arteriosklerose-Risiko

Wenig oder unruhiger Schlaf scheint das Risiko für Arteriosklerose deutlich zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit fast 4.000 gesunden Erwachsenen. Arteriosklerose wiederum begünstigt zahlreiche Folgeerkrankungen wie PAVK, Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Schlafmangel, Arteriosklerose

Studie: Wenig oder unruhiger Schlaf lässt unsere Arterien schneller verhärten

Wie viel Schlaf ein Mensch braucht, ist individuell sehr unterschiedlich. Manch einem reichen fünf Stunden pro Nacht, andere fühlen sich selbst nach acht Stunden noch nicht ausgeschlafen. Doch der Körper benötigt ausreichen Schlaf, um gesund zu bleiben. Dies zeigt einmal mehr eine Studie mit fast 4.000 gesunden Erwachsenen, die im Schnitt 46 Jahre alt waren. Trotz des verhältnismäßig jungen Alters der Teilnehmer fand sich bei jenen, die weniger als sechs Stunden täglich schlafen oder die mehrmals nachts aufwachen, schon häufig eine Arteriosklerose in den Gefäßen. Dabei handelt es sich um eine Verhärtung und Verstopfung von Arterien. Personen, die dagegen sieben Stunden oder mehr schliefen, wiesen deutlich seltener arteriosklerotische Veränderungen auf.

Risiko ernst nehmen

„Zu wenig Schlaf und Unruhe während der Nacht sollten als Risikofaktoren für das Verstopfen oder Verengen von Arterien gesehen werden“, sagt Dr. Fernando Dominguez (Madrid) bei der Präsentation der PESA-Studie auf einer Pressekonferenz des Europäischen Kardiologenkongresses.

In der PESA-Studie wurde das Schlafverhalten von 3.974 gesunden Probnden über eine Woche lang untersucht und mit einem dreidimensionalem Ultraschall Arteriosklerose in den Hals- und Bein-Arterien gemessen. Nachdem alle wichtigen Risikofaktoren statistisch berücksichtigt worden waren, zeigte sich, dass Studienteilnehmer mit sehr kurzer Schlafdauer signifikant mehr Arteriosklerose aufwiesen als solche mit täglich sieben bis acht Stunden Schlaf. Studienteilnehmer mit den meisten Schlafunterbrechungen hatten wesentlich häufiger mehrere Arterienabschnitte mit Arteriosklerose als jene mit den wenigsten Schlafunterbrechungen.

 

Metabolisches Syndrom ebenfalls häufiger bei Schlafmangel

„Menschen mit kurzem oder unterbrochenem Schlaf hatten auch weit häufiger ein metabolisches Syndrom, also eine Kombination von Diabetes, hohem Blutdruck und Übergewicht“, sagt Dr. Dominguez. Es sei sinnvoll, einen guten Nachtschlaf anzustreben, zum Beispiel durch körperliche Aktivitäten und das Vermeiden von Kaffee und fettem Essen vor dem Schlafengehen.

Arteriosklerose stellt Weichen für Schlaganfälle

Arteriosklerose ist einer der größten Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen in den Beinen (PAVK), Herzinfarkt und Schlaganfall. Bis heute ist sie nicht heilbar. Durch eine gute Einstellung von Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten kann das Fortschreiten der Erkrankung aber verzögert werden. Zur Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen werden Plättchenhemmer wie ASS oder Blutgerinnungshemmer eingesetzt. Die Verdünnung des Blutes soll verhindern, dass sich Blutgerinnsel bilden und wichtige Arterien, die aufgrund der Arteriosklerose bereits verengt sind, komplett verstopfen.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Atherosklerose , Schlafstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaf

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Immer wieder wird die gesundheitsfördernde Wirkung von Weihrauch diskutiert. Kleinere Studien konnten bereits die Wirksamkeit bei einigen Krankheiten belegen. Sie beruht offenbar vor allem auf den im Weihrauch enthaltenden entzündungshemmenden Substanzen.
Immer öfter klagen Verbraucher nach dem Verzehr von Produkten aus Weizenmehl über gesundheitliche Probleme. Kurios dabei ist: Manche vertragen die Brötchen vom einen Bäcker nicht, die vom anderen schon. Viele haben Probleme mit Weizen, aber nicht mit Dinkel – dabei sind beide Getreide eng verwandt. Ein Forschungsprojekt der Uni Hohenheim liefert neue Erkenntnisse darüber, warum.
 
 
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.