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Schlafapnoe: Schiene so erfolgreich wie CPAP

Nicht nur eine Atemmaske (CPAP), sondern auch der Einsatz einer Protrusionsschiene kann Schnarchen wirksam verhindern. Eine Studie konnte nun zeigen, dass auch die Folgen einer Schlafapnoe, wie beispielsweise Bluthochdruck, durch die Schiene reduziert werden können.
Protrusionsschiene bei Schlafapnoe wirksam

Eine Protrusionsschiene hilft auch bei Schlafapnoe

Schnarchen ist zwar lästig, aber meistens harmlos. Gefährlich kann es werden, wenn es zum sogenannten obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom kommt. Dabei treten mehr als zehn Atemstillstände von mindestens zehn Sekunden Dauer innerhalb einer Stunde auf. Aber auch schon bei fünf Atemaussetzern pro Stunde kann eine Schlapnoe diagnostiziert werden, wenn der Patient weitere Symptome wie beispielsweise übermäßige Tagesschläfrigkeit aufweist.

Eine Schlafapnoe kann schwere gesundheitliche Folgen haben, wie beispielsweise Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Auch finden sich bei Schlafapnoeikern häufiger Ablagerungen in den hirnversorgenden Arterien; in der Folge steigt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Schlafapnoeiker haben daher auch eine um sieben Jahre verkürzte Lebenszeit. Problematisch ist auch, dass Patienten mit unbehandeltem Schlafapnoe-Syndrom aufgrund ihrer Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche ein dreifach erhöhtes Risiko für Autounfälle haben.

Protrusionsschiene reduziert Folgen der Schlafapnoe

Eine Möglichkeit, dem Schnarchen entgegenzuwirken, ist die Unterkiefer-Protrusionsschiene, eine Zahnschiene, die den Unterkiefer samt der mit ihm verbundenen Weichteile leicht nach vorne zieht und dadurch das Zurückfallen der Zunge verhindert. Ob sie auch gegen die Folgen einer Schlafapnoe wirkt, konnte bisher jedoch nicht genau geklärt werden. Ärzte der Universität Zürich haben nun jeweils die Behandlung durch eine Atemmaske (Continous Positive Airway Pressure, CPAP) sowie durch eine Protrusionsschiene mit einer Schein- oder Nichtbehandlung verglichen.

Für die Analyse wurden 51 Studien untersucht, an der fast 5.000 Patienten teilgenommen haben. Es zeigte sich, dass sowohl bei der CPAP-Therapie als auch mit der Protrusionsschiene der systolische Blutdruck signifikant sank, und zwar zwischen 2,1 und 2,5 mmHg. Der diastolische Druck sank um etwa 2,0 mmHg. Der blutdrucksenkende Effekt unterschied sich bei beiden Therapien nicht.

 

Experten empfehlen Schiene bei leichteren Beschwerden

Eine Protrusionsschiene wird von extra dafür geschulten Zahnärzten individuell für jeden Patienten angefertigt. Von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin wird sie bei einfachem Schnarchen oder leichter Schlafapnoe empfohlen. Sie kostet rund eintausend Euro. Wenn kein diagnostiziertes Schlafapnoe-Syndrom vorliegt, werden die Kosten von den Krankenversicherungen nicht getragen. Bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe wird meist eher zu einer CPAP-Maske geraten. Dabei muss sich der Betroffene eine Maske um das Gesicht schnallen, die über einen Schlauch an ein Beatmungsgerät angeschlossen ist. Durch einen leichten Überdruck wird so die Atmung unterstützt. Die Kosten von bis zu 5.000 Euro werden zumindest teilweise von den Kassen übernommen.

Das Problem: Viele Patienten fühlen sich von den Geräuschen des Beatmungsgeräts gestört. Daher nutzen die Betroffenen die Maske häufig nicht so, wie sie sollten. Die Geräte erzeugen etwa 30 Dezibel; das entspricht der Lautstärke eines Alltagsgesprächs.

Foto: © anknv - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

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