. Schnarchen

Schlafapnoe: Beatmungsgerät kann Demenz verzögern

Wer schnarcht und unter nächtlichen Atemaussetzern (Schlafapnoe) leidet, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken. Die Verwendung eines Beatmungsgeräts kann das Risiko jedoch senken.
Schlafapnoe steigert Demenzrisiko

Ein Beatmungsgerät kann die Schlafqualität verbessern

Schnarchen ist nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsschädlich – zumindest, wenn es mit Atemaussetzern, der sogenannten Obstruktiven Schlafapnoe, verbunden ist. Bei der Schlafapnoe erschlafft die Muskulatur so stark, dass die Zunge in den Rachen fällt und die oberen Atemwege versperrt. Die Folgen sind Atemaussetzer, die ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben können. So steigt durch die Schlafapnoe das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko und aufgrund der Tagesmüdigkeit auch das Risiko für Unfälle. Einigen Studien zufolge vergrößert sich durch die nächtlichen Atemaussetzer auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken.

Beatmungsmaske hebt erhöhtes Demenzrisiko bei Schlafapnoe auf

Eine aktuelle Untersuchung konnte nun zeigen, dass sich durch die konsequente Anwendung eines Beatmungsgeräts dieses Risiko vermindern lässt und die Entwicklung einer Demenz im Durchschnitt zehn Jahre hinausgezögert werden kann. Für ihre Analyse haben die Forscher um Dr. Ricardo Osorio von der New York School of Medicine die Daten von fast 2500 Teilnehmern der ADNI-Studie (Alzheimer's Disease Neuroimaging Initiative) ausgewertet. Dazu verglichen sie das Alter von Schlafapnoe-Patienten und solchen ohne nächtliche Atemprobleme zum Zeitpunkt der Demenzdiagnose.

Es zeigte sich, dass Patienten, die unter einer nicht therapierten Schlafapnoe litten, bei ihrer Demenzdiagnose im Schnitt zehn Jahre jünger waren als Probanden ohne Schlafstörungen. Dieser Unterschied wurde jedoch aufgehoben, als die Forscher die Daten der Schlafapnoe-Patienten untersuchten, die ein Beatmungsgerät (CPAP) anwendeten. Die Patienten konnten durch die Atemmaske den möglichen Beginn einer Demenz also um durchschnittlich zehn Jahre hinauszögern.

CPAP lässt graue Substanz wieder wachsen

Da es sich bei der vorliegenden Analyse nur um die nachträgliche Auswertung von Daten aus einer anderen Studie handelt, müsste nun in randomisiert-kontrollierten Therapiestudien geprüft werden, ob eine Beatmungsmaske tatsächlich zur Vorbeugung einer Demenz geeignet ist. Allerdings haben auch andere Studien Hinweise auf eine mögliche Schutzwirkung der CPAP-Therapie gegen Demenz geliefert. So konnten italienische Forscher um Professor Luigi Ferini-Strambi von der Universität in Mailand zeigen, dass sich durch das Beatmungsgerät Hirnschäden nicht nur vermeiden lassen, sondern bereits vorhandene Schäden rückgängig gemacht werden können.

Die Forscher hatten bei den Probanden, die unter Schlafapnoe litten, eine Reduzierung der grauen Substanz in verschiedenen Bereichen des Gehirns festgestellt. Unter einer konsequenten Therapie mit einem Beatmungsgerät normalisierte sich die graue Substanz nach spätestens drei Monaten wieder. Zudem konnte schon innerhalb weniger Wochen eine deutliche Besserung der kognitiven Fähigkeiten festgestellt werden.

Foto: © BVDC – Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaf

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Rauchen ist ein bekannter Risikofaktor für Parodontitis. Wie groß der Einfluss wirklich ist und wie viele Parodontitisfälle auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind, haben nun Zahnmediziner der Charité – Universitätsmedizin Berlin, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel berechnet.
Der Konsum von Computer, Smartphone und Co. könnte bei Kleinkindern zu Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit führen. Das haben Wissenschaftler der Universität Leipzig herausgefunden. Sie warnen vor einem regelmäßigen Gebrauch elektronischer Medien durch kleine Kinder.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.