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15.02.2017

Schilddrüsenknoten ohne OP auf gut- oder bösartig testen

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Knoten in der Schilddrüse. Ob die gutartig oder bösartig sind, lässt sich mit einer neuen Methode oft auch ohne OP diagnostizieren.
Schilddrüsenuntersuchung

Der Arzt tastet die Schilddrüse einer Patienten ab

Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Die richtige Diagnose ist maßgeblich für die Wahl der  Therapie – und noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert.

Eine Studie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität (Strain Elastografie) die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert.

Schilddrüsenknoten ohne OP auf gut- oder bösartig testen

Für die Untersuchung wurden 602 Patienten mit 657 Schilddrüsenknoten (567 gutartig, 90 bösartig) an sieben deutschen Zentren für Innere Medizin untersucht. Die Knoten der Erkrankten waren jeweils größer als fünf Millimeter.

Die Teilnehmer der Studie erhielten zusätzlich zu einer Ultraschall-Untersuchung inklusive Farbduplex-Ultraschall auch eine Strain Elastografie. Ergebnis: 90 Prozent der Knoten wurden korrekt als gutartig erkannt, wenn Ultraschall und Elastografie gemeinsam angewendet wurden.

 

Bösartiges Tumorgewebe ist weniger elastisch

Bösartiges Tumorgewebe ist weniger elastisch als gutartiges, daher könne mit Hilfe der Elastografie besser differenziert werden, um welche Gewebeart es sich handele. Patienten könnten so gezielter einer weiteren Diagnostik wie der Feinnadelpunktion zugeführt und die Zahl dieser OPs so reduziert werden, sagt Studienleiter Prof. Jörg Bojunga, Leiter der Diabetologie/Endokrinologie und Ernährungsmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt.

Ein Gefühl wie bei einem Kloß im Hals, ein Druckgefühl, Heiserkeit oder Räusperzwang – große Schilddrüsenknoten können sich auf unterschiedliche Art bemerkbar machen. Wer solche Beschwerden spürt, sollte sich von einem Facharzt für Schilddrüsenerkrankungen – einem Endokrinologen – untersuchen lassen, heißt es weiter in einer Pressemitteilung der DEGUM.

Schilddrüsenkrebs ist selten

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Knoten bösartig sind, ist gering. Schilddrüsenkrebs ist in Deutschland eine seltene Tumorerkrankung. Und wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, gelten die Heilungschancen als sehr gut. „Menschen mit gutartig diagnostizierten Schilddrüsenknoten sollten einmal jährlich zur Kontrolluntersuchung gehen“, empfiehlt Experte Bojunga.

Foto: glisic_albina/Fotolia.com

Autor: bab
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