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Schilddrüsenknoten: Hitzebehandlung kann OP ersetzen

Schätzungen zufolge hat etwa ein Drittel aller Deutschen einen Schilddrüsenknoten. Muss er behandelt werden, gibt es jetzt eine Alternative zur Operation: eine Hitzebehandlung.
ultraschall, schilddrüse

Bei gutartigen Schilddrüsenknoten kommt auch eine Hitzebehandlung statt OP in Frage

Schätzungen zufolge hat etwa ein Drittel aller Deutschen einen Schilddrüsenknoten. Ab dem 60. Lebensjahr ist sogar rund jeder Zweite davon betroffen. Nicht in jedem Fall beeinträchtigen diese Knoten den Patienten. Führen sie zu Beschwerden, muss eine Behandlung erfolgen.

In Deutschland wird dabei vier bis sechs Mal häufiger an der Schilddrüse operiert als in deren westlichen Ländern. "Dies führt mitunter zu unnötigen Risiken, die bei der OP auftreten können, oder zu einer dauerhaften Hormonersatztherapie", erläutert Prof. Detlef Moka, Vorstand des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner (BDN). Nun gibt es eine schonendere Alternative.

Kleine Schilddrüsenknoten machen selten Beschwerden

Kleine Schilddrüsenknoten machen selten Beschwerden. Viele Betroffene leben jahrzehntelang ohne Probleme mit diesen Gewebeveränderungen. "Häufig merken Patienten ihre Knoten erst, wenn diese sehr groß werden oder die Funktion des Organs beeinflussen", erklärt der BDN-Vorsitzende.

Die Patienten kommen dann beispielsweise mit Schluckbeschwerden, Herzrhythmusstörungen oder Schlafstörungen zum Arzt oder nehmen optische Veränderungen wahr, den so genannten Kropf am Hals", so Moka weiter. In solchen Fällen muss eine Behandlung erfolgen. Die Schilddrüsenhormone sind in fast allen Organsystemen von großer Bedeutung: Sie beeinflussen Verdauung, Schlaf, Psyche sowie das Herz und den Stoffwechsel. Störungen führen schnell zu Folgeerkrankungen und Verlust an Lebensqualität, heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

 

Schilddrüsenknoten mit Hitze behandeln

Neben Medikamenten, der Schilddrüsenoperation und der Radiojodtherapie können sich Patienten mit gutartigen Schilddrüsenknoten hierzulande nun auch mit der Radiofrequenzablation (RFA) behandeln lassen. Der Arzt führt dabei nach örtlicher Betäubung eine stricknadeldicke Sonde mithilfe des Ultraschalls in den Knoten ein.

Die Sonde erzeugt dort eine Wärme von etwa 60 bis 90 Grad, wodurch die Zellen absterben. Der Rest des Umgebungsgewebes bleibt unverletzt, die Einstichstelle hinterlässt keine Narbe. Fachärzte führen den Eingriff tagesstationär, mitunter auch ambulant durch.

Hitzebehandlung für kalte Schilddrüsenknoten geeignet

"Diese neue risikoarme, minimal-invasive Methode hat sich in vielen internationalen Studien bewährt und ist besonders bei Patienten mit gutartigen, sogenannten kalten Knoten und zystischen Veränderungen in der Schilddrüse zu empfehlen", erläutert Moka. Ob ein kalter Schilddrüsenknoten vorliegt, zeigt sich eindeutig im Szintigramm.

"Auch Patienten, die bereits eine Operation hinter sich haben oder Risikopatienten, denen man eine Operation nicht zumuten möchte, profitieren von der RFA", ergänzt Moka. Die RFA bieten bisher nur einzelne Zentren in Deutschland an. Sie wird in der Regel von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen finanziert, da eine OP meist teurer ist.

Bei bösartigen Schilddrüsenknoten OP notwendig

Betroffene wenden sich am besten an interdisziplinäre Schilddrüsenzentren oder Nuklearmediziner, die auf Schilddrüsenerkrankungen spezialisiert sind, rät der BDN-Vorsitzende. "Bei Patienten, deren Schilddrüse bereits angrenzende Organe wie die Luft- oder Speiseröhre einengt oder bei denen der Verdacht besteht, dass die Knoten bösartig sind, sollte jedoch immer eine Operation Therapie der Wahl sei", so der Schilddrüsen-Experte.

Foto: serhiibobyk/Fotolia.com

Autor: bab
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