Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
03.11.2016

Schilddrüsenentzündung könnte Demenz-Risiko senken

Höhere TSH-Werte senken das Demenz-Risiko. Sie treten dann auf, wenn eine latente Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt. Die kann wiederum mit einer Schilddrüsenentzündung (Hashimoto-Thyreoditis) einhergehen.
TSH stimuliert die Schilddrüse

Ein höherer TSH-Wert könnte Frauen vor Demenz schützen

Bekannt ist, dass die Schilddrüsenfunktion Einfluss auf die Herz- und Gefäß-Gesundheit hat. Eine Fehlfunktion kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen. Forscher von der Erasmus-Universität Rotterdam wollten nun wissen, welchen Einfluss die Schilddrüsenfunktion auf die Entwicklung von Demenz, kognitive Einschränkungen oder vaskulären Erkrankungen des Gehirns spielt.

Ihre Studie erschien im Fachmagazin Neurology. An der Untersuchung nahmen 9.446 Probanden teil, die zu Beginn durchschnittlich 65 Jahre alt waren. Im Zeitraum von acht Jahren entwickelten 601 Patienten eine Demenz, davon 487 eine Alzheimer-Demenz. Höhere Konzentrationen von TSH waren mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden.

Schilddrüsenentzündung: Hohe TSH-Werte, geringeres Demenz-Risiko

Das Risiko, innerhalb von zehn Jahren an einer Demenz zu erkranken, sank bei älteren Frauen mit einem hohen TSH-Wert um ein Drittel von 15 auf 10 Prozent. Ein hoher TSH-Wert deutet auf eine Unterfunktion der Schilddrüse. Diese kann mit einer Schilddrüsenentzündung (Thyreoditis) verbunden sein.

Teilnehmer mit einem höheren Anteil an freiem Thyroxin, also mit einer gut funktionierenden bis übermäßig aktiven Schilddrüse, wiesen ein höheres Demenzrisiko auf. Das galt anscheinend nur für Frauen. Bei Männern schienen TSH- und Thyroxin-Werte keinen Einfluss auf das Demenz-Risiko zu haben.

Vaskuläre Hirnschädigungen waren im MRT nicht zu beobachten. Die Forscher folgerten, das Thyroxin müsse auf andere Wege die Nervenzellen schädigen. Das es sich um eine Beobachtungsstudie handelte, sei ein ursächlicher Zusammenhang damit aber noch nicht nachgewiesen. Weitere Untersuchungen seien erforderlich, um die Wege besser zu verstehen, in denen die Schilddrüsenfunktion das Demenzrisiko beeinflusst.

Foto: chrupka/fotolia.com

 
Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schilddrüse
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüse

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin