. Schilddrüsen-Diagnostik

Schilddrüse: Wozu ein Szintigramm nötig ist

Eine Vergrößerung der Schilddrüse - etwa durch eine Überfunktion - lässt sich durch eine Tastuntersuchung und eine Sonografie per Ultraschall feststellen. Um die Funktion der Schilddrüse zu überprüfen, ist aber ein Szintigramm nötig.
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Szintigramm der Schilddrüse: Große kalter Knoten (eingekreist) nimmt kein Kontrastmittel auf

Eine Vergrößerung der Schilddrüse - etwa durch eine Überfunktion - lässt sich durch eine Tastuntersuchung und eine Sonografie feststellen: Das Ultraschallbild zeigt Größe, Lage, Form und Gewebebeschaffenheit der Schilddrüse, auch Schilddrüsenknoten lassen sich so erkennen.

Auskunft über die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse und Hinweise auf ein mögliches Krebsrisiko kann aber nur das Szintigramm geben. Das ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, mit denen die Aufnahme und Verteilung einer schwach radioaktiven Substanz im Körper festgehalten wird.

Radioaktive Substanz wird über Kanüle verabreicht

In der Regel wird die radioaktive Substanz über eine Kanüle in die Armvene verabreicht, bisweilen kann das Mittel auch geschluckt werden. Die Zeit, bis eine optimale Darstellung gelingt, beträgt meist etwa eine Viertelstunde. Das erläutern Experten vom Deutschen Schilddrüsenzentrum.

Für die normale Szintigrafie der Schilddrüse wird wegen der geringeren Strahlenbelastung in der Regel kein radioaktiv markiertes Jod, sondern radioaktives Technetium verwendet. Dieses verhält sich im Körper wie Jod. Es wird nur von der Schilddrüse aufgenommen, dort aber nicht gespeichert und vom Körper nach kurzer Zeit wieder ausgeschieden.

 

Schilddrüse: Wofür das Szintigramm nötig ist

Die radioaktiven Strahlen werden von einem Aufnahmegerät registriert und mit Hilfe eines Computers ausgewertet. Strukturen, die viel Kontrast-Mittel aufgenommen haben, werden farblich anders dargestellt als Bereiche mit geringerer Anreicherung.

Wofür das Szintigramm nötig ist: Areale in der Schilddrüse, in denen kein oder sehr wenig Jod aufgenommen wird, nennt man "kalt". Areale mit überproportionaler Aufnahme von Jod werden als "warm" bezeichnet, bei sehr starker Speicherung als "heiß".

Kalte und heiße Areale werden abgebildet

Die Begriffe "kalt", "warm" und "heiß" beziehen sich auf die Farbgebung im Szintigramm. Aktives Gewebe wird in warmen Farben (in Rot und Gelb) dargestellt. Knoten oder Schilddrüsengewebe mit reduzierter Aktivität werden im Szintigramm in kalten Farben wie Blau oder Violett dargestellt.

Kalte Knoten produzieren keine Schilddrüsenhormone, es handelt sich meist um Zysten, gutartige Tumore, manchmal aber auch um einen Krebs. Warme oder heiße Knoten führen zur Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, es handelt sich meist um so genannte autonome Adenome.

Schilddrüsenkrebs ist sehr selten

Eine Szintigrafie mit Jod statt Technetium wird heutzutage in erster Linie zur Vorbereitung einer Radiojodtherapie oder zur Tumornachsorge bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen eingesetzt. Die sind selten: Weniger als 1 Promille aller Schilddrüsenknoten ist bösartig. Allerdings ist die Unterscheidung von Gut- oder Bösartigkeit bei der Schilddrüse besonders schwierig. Eine 100-prozentige Sicherheit derzeit nur durch die pathologische Untersuchung eines operativ entfernten Knotens möglich.

Fazit der Schilddrüsen-Experten: Das Herausfiltern der insgesamt sehr seltenen Schilddrüsenkrebse aus der Masse der harmlosen Schilddrüsenknoten gehört zu den größten Herausforderungen der modernen Schilddrüsendiagnostik. Dazu zählen neben dem Technetium-Szintigramm noch die Suppressionsszintigrafie und die MIBI-Szintigrafie.

Foto: Foto: Deutsches Schilddrüsenzentrum

Autor: bab
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