. Lungenerkrankungen

Sarkoidose mittels Ultraschall erkennen

Die Diagnose einer Sarkoidose ist häufig nicht eindeutig. Nun haben Mediziner nachgewiesen, dass Ultraschall eine Sarkoidose sicherer nachweisen kann als die bisher üblichen Gewebeentnahmen. Die Forscher haben dazu eine Studie im Fachmagazin JAMA veröffentlicht.
Diagnose der Sarkoidose

Etwa 8000 Menschen jährlich erkranken in Deutschland an Sarkoidose.

Sarkoidose, auch bekannt unter dem Namen Morbus Boeck, ist eine Bindegewebserkrankung, die vor allem die Lunge betrifft und zu Reizhusten und Atemnot führen kann. Neben der Lunge kann die Sarkoidose auch verschiedene andere Organe in Mitleidenschaft ziehen. So können Hautveränderungen wie beispielsweise Knötchen an den Beinen (Erythema nodosum) oder blaue Flecken im Gesicht auftreten.

Die Diagnose einer Sarkoidose ist nicht einfach. Der Arzt muss – neben anderen Methoden – eine Gewebeprobe aus den Atemwegen und der Lunge entnehmen. Doch dies funktioniert oft nicht. In 50 Prozent der Fälle wird das kranke Gewebe verfehlt. Nun hat eine Studie gezeigt, dass die Endosonografie eine sichere Methode für die Diagnosestellung darstellt.

Sarkoidose: Ultraschall erfolgreicher als Bronchoskopie

Die Studie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift JAMA vorgestellt. Demnach bietet die ultraschallgesteuerte Feinnadelbiopsie im Vergleich zur Gewebeentnahme mittels Bronchoskopie klare Vorteile. An der Studie nahmen 304 Patienten aus 14 Zentren in Brasilien und Europa teil. Es zeigte sich, dass mit Hilfe des Ultraschalls bei 80 Prozent der Patienten mit Sarkoidose eine erfolgreiche Biopsie gelang – 30 Prozent mehr als mit der bisher üblichen Bronchoskopie.

Im Gegensatz zur Bronchoskopie können durch den Ultraschall Gewebeschichten unterhalb der Schleimhautoberfläche sichtbar gemacht werden. Nebenwirkungen durch die Untersuchung sind selten. Auch ein Kollaps der Lunge nach Anstechen des Lungenfells, was das Hauptrisiko bei der Bronchoskopie darstellt, tritt bei der Endosonografie nicht auf, weil die feine Nadel gezielt die Lymphknoten und nicht das Lungengewebe trifft.

 

DEGUM empfiehlt Ultraschall bei Verdacht auf Sarkoidose

„Entscheidend für eine erfolgreiche Biopsie ist die Erfahrung und Qualifikation des Arztes“, erklärt Dr. Christian Jenssen, Sprecher des DEGUM-Arbeitskreises Endosonografie. Die Technik stelle sehr hohe Ansprüche an die Fähigkeiten der Mediziner. „Die Endosonografie hat sich im letzten Jahrzehnt – in der Lungenheilkunde, in der Viszeralmedizin, aber auch in vielen anderen Bereichen der Medizin – zu einer interdisziplinären Schlüsselmethode entwickelt“, so Jenssen. Es sei an der Zeit, ihr diagnostisches und therapeutisches Potenzial auf hohem Niveau auszuschöpfen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt, in Zukunft die Endosonografie bei der Diagnostik der Sarkoidose heranzuziehen. Bislang ist diese Methode nach Angaben der DEGUM in Deutschland kaum etabliert.

In Deutschland erkranken etwa 8000 Menschen jährlich an Sarkoidose. Meist tritt sie erstmals zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Die Ursachen sind bisher kaum geklärt.

Foto: © SP-PIC - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenerkrankungen

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
In Europa sind diesen Sommer schon mehr als 700 Menschen am West-Nil-Fieber erkrankt. 71 Menschen starben. Auch in Deutschland wurde das das West-Nil-Virus jetzt entdeckt. Es wird von Stechmücken übertragen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.