. "Stillen – Basis für das Leben"

Säuglinge profitieren auf vielfältige Weise vom Stillen

Die Weltstillwoche, die vom 1. bis zum 7. Oktober 2018 stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Stillen – Basis für das Leben“. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) betont, wie wichtig das Stillen für die Gesundheit des Kindes ist.
Weltstillwoche, Stillen

Stillen kann das Leben des Babys schützen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt jungen Müttern, sechs Monate lang ausschließlich und insgesamt bis zu zwei Jahre zu stillen. In Deutschland ist die Stilldauer jedoch deutlich niedriger. Dabei ist Stillen relevant für die Gesundheit von Kindern sowie für die Bindung von Mutter und Kind, wie der Deutsche Hebammenverband (DHV) anlässlich der Weltstillwoche 2018 betont.

Wird ein Säugling in den ersten sechs Monaten seines Lebens ausschließlich gestillt, profitiert er gleich in mehrfacher Hinsicht davon: Die Nährstoffe in der Muttermilch tragen zum Wachstum bei, sie beugen Unterernährung vor, fördern die Gehirnentwicklung und verringern das Risiko, zu einem späteren Zeitpunkt übergewichtig zu werden. Zugleich wird dem Kind durch die Muttermilch eine Art erste Impfung verabreicht, indem sie es mit wichtigen Antikörpern versorgt und das Immunsystem stärkt.

Stillen benötigt mehr gesellschaftliche Akzeptanz

„Stillen ist auf gesellschaftliche Unterstützung angewiesen. Schließlich ist Stillen etwas ganz Normales, Natürliches, und als solches sollte es akzeptiert und gefördert werden“, betont Aleyd von Gartzen, DHV-Beauftragte für Stillen und Ernährung. Doch einige Frauen haben Probleme mit dem Stillen oder wollen aus bestimmten Gründen nicht stillen. Dann können Hebammen eine wichtige Stütze sein und entsprechende Tipps geben. „Hebammen sind die Expertinnen für das Stillen. Sie haben damit eine wichtige Rolle und stehen Müttern bis zu Ende der Stillzeit beratend zur Seite“, so Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Hebammenverbands. Wenn das Stillen gar nicht möglich ist, sollten entsprechende Alternativen zur Muttermilch genutzt werden.

 

Stillen kann überlebenswichtig sein

Dass das Stillen durchaus überlebenswichtig für Säuglinge sein kann, erklärten WHO und das UN-Kinderhilfswerk UNICEF in einem Bericht, der erst kürlich veröffentlicht wurde. Weltweit sind nach UN-Angaben rund 78 Millionen Babys lebensbedrohlichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt, da sie nach der Geburt nicht direkt gestillt werden. Betroffen seien drei von fünf Neugeborenen, die meisten von ihnen in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen. Sowohl die WHO als auch UNICEF fordern Regierungen, Hilfsorganisationen und andere Entscheidungsträger dazu auf, Werbung für Säuglingsnahrung oder anderen Ersatz für Muttermilch möglichst einzuschränken.

Die Weltstillwoche gilt als die größte gemeinsame Kampagne aller das Stillen fördernden Organisationen, darunter auch die UNICEF und die WHO. Sie wird seit 1991 jährlich in über 120 Ländern begangen.  In Deutschland findet sie immer in der 40. Kalenderwoche statt.

Foto: © Alik Mulikov - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schwangerschaft , Stillen , Geburt , Kinder
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stillen

| Muttermilch ist die beste Ernährung für Säuglinge. Kann die Mutter nicht stillen, was bei Frühgeborenen oft der Fall ist, helfen Muttermilchbanken weiter. Am Universitätsklinikum Freiburg wurde gerade Baden-Württembergs erste Frauenmilchbank eröffnet.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.