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09.12.2016

S3-Leitlinie zu Crystal Meth vorgestellt

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat die weltweit erste S3-Behandlungsleitlinie zu Crystal Meth vorgestellt. Sie gibt Behandlungs-Empfehlungen für Methamphetamin-bezogene Störungen.
Crystal Meth

Der Konsum von Crystal Meth führt oft zu psychischen Begleiterkrankungen

Crystal hat ein hohes Suchtpotential. Der Konsum nimmt bundesweit zu und damit das Auftreten Methamphetamin-bezogener Störungen. Leistungsfähiger, konzentrierter, angstfreier – diese Attribute könnten aus der Werbung eines Coachingseminars für Führungskräfte stammen. Es sind Eigenschaften, die der synthetischen Droge Crystal Meth zugeschrieben werden. Diese machen sie für viele Menschen attraktiv, heißt es in einer Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

„Aggressivität, Unruhe und Wahnvorstellungen – das ist die andere Seite der Droge. Oft wird im Verlauf der Sucht die Dosis erhöht, um die erwünschten Effekte zu erzielen“, sagt Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, bei der Präsentation der Leitlinie in Berlin. Der körperliche Verfall sei dann nur noch eine Frage der Zeit.

S3-Leitlinie zu Crystal Meth gibt Handlungs-Empfehlungen

Jährlich werden circa 3.000 Personen wegen ihres Crystal-Konsums auffällig. Längst begrenzt sich der Konsum der Droge nicht mehr nur auf die grenznahen Regionen zu Tschechien. Mittlerweile sehen sich Ärzte, Pflegekräfte und Mitarbeiter der Suchthilfe auch in anderen Regionen der Republik mit den Folgen konfrontiert.

Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützte die Bundesärztekammer dabei, die S3-Leitlinie zu erstellen. Diese wurde vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) mit einem interdisziplinär besetzten Experten-Team erarbeitet. Federführende Fachgesellschaft war die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (DGPPN). Für die Handlungsempfehlungen in der Leitlinie wurde die gesamte international verfügbare wissenschaftliche Literatur zu dem Thema gesichtet und ausgewertet.

 

Äußerliche Anzeichen: Hautschäden, Zahnschäden, Magerkeit

Die Leitlinie richtet sich an alle Berufsgruppen in der ambulanten und stationären Suchthilfe, zudem an ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Mitarbeiter im Bereich Nachsorge und Rehabilitation sowie an Selbsthilfeorganisationen.

Äußerliche Anzeichen der Suchterkrankung bei Chrytsal Meth sind vor allem flächige Hautschäden, auffällige Zahnschäden, krankhafte Magerkeit und der Verlust des Geruchssinns.

Begleiterkrankungen: Depressionen, ADHS, Psychosen

Bei einer akuten Intoxikation könnten Benzodiazepine oder Antipsychotika zum Einsatz kommen. Die weitere Medikation im Rahmen der Entzugs-Behandlung hängt von der meist psychischen Begleiterkrankung ab. Bei Depressionen etwa werden Bupronion oder antriebssteigernde, trizyklische Antidepressiva wie Desipramin empfohlen.

Typische, durch den Konsum hervorgerufene Erkrankungen sind auch bipolare Störung, ADHS, Borderline, Angststörungen oder Psychosen. Im Rahmen der Behandlung wird dringend zu ergänzenden psychotherapeutischen Methoden geraten.

Foto: Kaesler Media/Fotolia.com

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