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Rote Hand Brief: „Männer sollten sich der Risiken von Finasterid bewusst sein”

Tausende Männer in Deutschland nehmen finasteridhaltige Medikamente ein. Nun warnen die Hersteller in einem Rote Hand Brief vor dem Wirkstoff, weil er zu Depressionen und Ereketionsproblemen führen kann. Ärzte sollten Männer, auf die Risiken hinweisen und Verdachtsfälle sofort melden, heißt es.
Finasterid, Nebenwirkungen

Mehr Haare auf dem Kopf dank Finasterid. Aber oft mit schweren Nebenwirkungen erkauft

Finasterid ist ein Wirkstoff, der zur Behandlung von Haarausfall und einer gutartigen Vergrößerung der Prostata der sogenannten benignen Prostatahyperplasie (BPH). Doch das millionenfach verschriebene Mittel kann schwere Nebenwirkungen hervorrufenn: Seit dessen Markteinführung ist bekannt, dass etliche Männer unter der Therapie an Depressionen, Ängsten und Störungen der Sexualfunktion erkranken.

Jetzt haben rund zwei Dutzend Hersteller von finasteridhaltigen Medikamenten in Absprache mit dem Bfarm einen Rote Hand Brief an Ärzte geschrieben. Darin warnen sie vor den Nebenwirkungen und fordern Ärzte auf, ihre Patienten über die Risiken  zu informieren.

Nebenwirkungen auch nach Absetzen der Therapie

Patienten sollten sich des Risikos einer sexuellen Dysfunktion einschließlich erektiler Dysfunktion, Ejakulationsstörung und verminderter Libido unter der Therapie mit Finasterid bewusst sein, heißt es. Weiter fordern die Hersteller die Ärzte auf, ihre Patienten darüber zu informieren, dass sexuelle Dysfunktionen auch nach Absetzen der Therapie länger als zehn Jahre fortbestehen können.

 

Depressionen und Angst stehen neuerdings im Beipackzettel

Die zweite Warnung bezieht sich auf das erhöhte Risiko für Stimmungsschwankungen, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken, die unter Finasterid auftreten können. Gerade hat die Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) beschlossen, Angst' als neue Nebenwirkung in die Fach-und Gebrauchsinformationen von Finasterid aufzunehmen. Zuvor schon war der Hinweis auf depressive Verstimmungen in „Depressionen“ geändert worden. Sollte ein Patient derartige psychiatrische Symptome unter 1 mg Finasterid entwickeln, wird zur Beendigung der Therapie geraten.

Schließlich fordern die Hersteller die Ärzte dazu auf, jeden Verdachtsfall sofort entweder dem Zulassungsinhaber oder dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden.

Finasterid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der 5-Alpha-Reduktasehemmer, der in der 1 mg Dosierung seit 1998 zur Therapie der androgenetischen Alopezie (Haarausfall) und in der 5 mg Dosierungseit 1994 zur Behandlung bei benigner Prostatahyperplasie in Deutschland zugelassen. Erst nach den Zulassungen stellten sich die genannten Nebenwirkungen als größeres Problem heraus.

Foto: ©diego cervo - stock.adobe.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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