Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Rheumatoide Arthritis: Patienten reagieren empfindlicher auf Salz

Auch an Weihnachten sollten Patienten, die an rheumatoider Arthritis leiden, auf allzu Herzhaftes verzichten. Sie reagieren empfindlicher auf Salz als Gesunde. Was sie bevorzugt essen sollten.
salz, salzig, salzkonsum

Patienten mit rheumatoider Arthritis sollten wenig Salz und viel Kalium zu sich nehmen

Herzhaftes Essen und Weihnachten gehören für viele Menschen zusammen. Bekannt ist, dass Menschen mit Bluthochdruck sparsam mit Salz umgehen sollten. Aber auch Patienten mit einer rheumatoider Arthritis sollten diesen Rat befolgen.

Studienergebnisse legen nahe, dass Menschen mit Rheuma sensibler auf Salz reagieren und schneller einen Bluthochdruck entwickeln, als Menschen ohne Rheuma. Für sie ist eine salzarme Ernährung besonders wichtig.

Rheumatoide Arthritis: Patienten reagieren empfindlicher auf Salz

Dazu kommt: Sie leiden ohnehin häufig an Bluthochdruck und haben im Vergleich zu Blutdruck-Gesunden ein mehr als vierfach höheres Risiko für Herzerkrankungen. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in einer Pressemitteilung hin.

Bekannt ist: Eine hohe Natrium- und eine niedrige Kaliumaufnahme gehen mit einem erhöhten Risiko für Bluthochdruck einher. Aus dem Natriumgehalt im Urin lässt sich der Salzkonsum der betreffenden Person berechnen. Studiendaten belegen, dass Rheumatiker trotz einer ähnlich hohen Natriumausscheidung und damit vergleichbarem Salzkonsum häufiger an Bluthochdruck leiden als Menschen ohne Rheuma. Patienten mit rheumatoider Arthritis reagieren also empfindlicher auf Salz

 

Ist Salz an der Entstehung der Krankheit beteiligt?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt höchstens fünf Gramm Salz am Tag zu sich zu nehmen. Das entspricht etwas weniger als einem Teelöffel. Inwieweit übermäßiger Salzkonsum sich auf die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis auswirkt oder die bereits vorhandene Erkrankung verstärkt, ist noch nicht abschließend untersucht.

"Fest steht aber, dass Menschen mit Rheuma häufig deutlich erhöhte gesundheitliche Risiken durch Begleiterkrankungen erleiden. Sie sollten besonders darauf achten, beispielsweise Übergewicht oder eben Bluthochdruck zu vermeiden", so Prof. Hendrik Schulze-Koops, Präsident der DGRh und Leiter der Rheuma-Einheit am Uniklinikum München. 

Auf kaliumhaltige Nahrungsmittel setzen

Eine verstärkte Kaliumaufnahme kann das erhöhte Blutdruckrisiko aber wieder absenken. Das ist ein weiteres Ergebnis der Studie. Die DGRh empfiehlt daher Menschen mit Rheuma generell auf Schweinefleisch zu verzichten und auf eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse und gesunden Fetten setzen. Besonders reich an Kalium sind Vollkornprodukte, Kartoffeln, Bananen, Spinat, Salat, Hülsenfrüchte, Kohl, Avocados und Nüsse.

Foto: daniel vincek/adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rheumatoide Arthritis
 

Weitere Nachrichten zum Thema

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Long-Covid stellt Ärzte vor ein Rätsel. Wegen der enormen Krankheitslast –- etwa jeder zehnte Covid-Patient ist betroffen – wird immerhin intensiv daran geforscht. Was Ärzte inzwischen über das komplexe Krankheitsbild wissen, hat Gesundheitsstadt Berlin Experten gefragt. Eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse.

Patienten mit Immunerkrankungen: Bildet ihr Immunsystem nach einer Corona-Impfung überhaupt genügend Antikörper? Und falls nein: Was kann man tun? Diese Fragen haben Wissenschaftler des „Deutschen Zentrums Immuntherapie“ untersucht. Ein überraschendes Ergebnis: Viele Immunkranke vertragen die Impfung offenbar besser als mancher Gesunde.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin