Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Rheumatoide Arthritis / Arthrose

Montag, 19. Oktober 2015 – Autor: Angela Mißlbeck
Die Umstände von entzündlichen Rheuma-Erkrankungen wie der Arthritis und von anderen Gelenkkrankheiten wie Arthrosen soll nun die größte deutsche Gesundheitsstudie Nationale Kohorte (Nako) unter die Lupe nehmen. Die Forscher hoffen, dass es ihnen gelingt, die Früherkennung zu verbessern.
Rheumatoide Arthritis - Einflussfaktoren untersuch die Nationale Kohorte

Rheumatoide Arthritis früher erkennen - das ist Ziel der Nationalen Kohorte.

Ziel der Mega-Studie ist es, chronische Erkrankungen, wie Rheuma, Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Infektionen und Demenzen genauer zu erforschen. Die Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.

Im Rahmen der Nako werden in den nächsten zehn Jahren 200.000 Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Die Teilnehmer werden von den Einwohnermeldeämtern angeschrieben. Bei 20.000 Studienteilnehmern wird zusätzlich eine körperliche Untersuchung der Hüft-, Knie- und Fingergelenke durchgeführt.

Die Diagnose von rheumatoider Arthritis erfolgt oft zu spät

Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an schweren Arthrosen. Weitere 1,5 Millionen sind von entzündlichem Rheuma betroffen. Hinter diesem Sammelbegriff, verbergen sich mehr als 100 verschiedene Erkrankungen. Die häufigste von ihnen ist die rheumatoide Arthritis (RA) mit rund 550.000 Betroffenen. Oft wird eine rheumatoide Arthritis erst nach einer langen Leidensgeschichte diagnostiziert. Doch eine frühe Diagnose ist Dreh- und Angelpunkt für eine effektive Behandlung.

„Aufgrund der unklaren Symptomatik dauert es im Durchschnitt  ein Jahr, bis die Diagnose RA gestellt wird.  Eine schmerzvolle Zeit, die je nach Schweregrad von massiven Bewegungseinschränkungen im Alltag, irreversiblen Deformationen der betroffenen Gelenke und dem Verlust der Erwerbstätigkeit geprägt ist“, so Professor Dr. Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Wünschenswert sei es, dem Patienten innerhalb von drei Monaten Gewissheit zu geben und dann auch gleich intervenieren zu können, so die Expertin.

 

Studie soll Ursachen und Faktoren der Arthritis zeigen

Die Mega-Studie bietet die bisher in diesem Umfang nicht dagewesene Chance, Gesunde und Betroffene gleichermaßen medizinisch zu untersuchen und nach ihren Lebensumständen zu befragen, einmal jetzt und dann erneut in vier bis fünf Jahren. Der Vergleich der Informationen und Daten soll Zusammenhänge zwischen erblicher Vorbelastung, Ernährung, Verhalten und Umwelteinflüssen aufdecken. „Gerade bei der RA ist dieser Ansatz extrem vielversprechend, da die Ursachen für die Erkrankung multifaktoriell sind und die Details ihres Zusammenspiels bei weitem noch nicht bekannt sind“, so Professor Dr. Angela Zink, Leiterin des Fachbereichs Epidemiologie am Deutschen Rheuma-Forschungszentrum.

Foto: Nationale Kohorte e.V.

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rheuma

29.01.2019

Menschen mit Gelenkrheuma haben oft auch ein erhöhtes Risiko für eine Reihe anderer Erkrankungen. Gleichzeitig werden sie weniger gut rheumatologisch versorgt, wenn sie Begleiterkrankungen haben. Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie warnt nun vor einer Unterversorgung der Betroffenen.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten


 
Kliniken
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin