. Schädlicher Tabak

Rheumapatienten profitieren vom Nichtrauchen

Rauchen verschlechtert das Krankheitsgeschehen bei entzündlichem Rheuma. Denn der Tabakkonsum geht nicht nur auf die Lunge, sondern auch auf das Immunsystem und die Gelenke. Darauf weisen Wissenschaftler der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Berlin anlässlich des Welt-Nichtrauchertags am 31. Mai 2010 hin.
Rheumapatienten profitieren vom Nichtrauchen

Foto: © Günter Havlena/ PIEXELIO

Inhaltsstoffe des Tabaks begünstigen die Produktion entzündungsfördernder Antikörper und verschlechtern die Blutversorgung zum Gelenkknorpel. Auf diese Weise verschlechtert Rauchen das Krankheitsgeschehen bei entzündlichem Rheuma. Die Folge: Patienten haben mehr Schmerzen und brauchen mehr Medikamente.

Studien zu Rauchen und Rheuma

"Rauchen mindert die Chancen auf einen milden und kontrollierbaren Krankheitsverlauf", sagt Professor Ulf Müller-Ladner, Rheumatologe und Mitglied der DGRh. Ursache sei, dass Rauchen das Immungeschehen beeinflusse. Bei entzündlichem Rheuma bildet das Immunsystem Antikörper, die eine Zerstörung von körpereigenem Knorpelgewebe auslösen und verstärken können. Rauchenden Rheumapatienten haben deutlich mehr von diesen so genannten Auto-Antikörpern im Blut. "Studien aus Schweden zeigen, dass diese Patienten bis zu 30 Prozent höhere CCP-Werte haben. Das sind Antikörper, die sich gegen häufig vorkommende Eiweissbestandteile in der Gelenkflüssigkeit richten", sagt Müller-Ladner. Rauchen befördere so die Entzündung, Schmerzen und Funktionseinschränken können folgen. Hinzu kommt: Rauchen verengt die Blutgefässe und vermindert die Blutversorgung bereits entzündeter Gelenkareale. Reparaturvorgänge könnten laut Müller-Ladner kaum in Gang kommen. Gegensteuern lässt sich dann nur mit mehr oder anderen Medikamenten.

Die DGRh plädiert dafür, bereits erkrankte Patienten ausführlich über die negativen Wirkungen des Rauchens aufzuklären. "Die Betroffenen sehen oft den Zusammenhang zwischen Rauchen und Rheuma nicht."

Erhöht Rauchen das Rheuma-Risiko?

Inwieweit Rauchen das Risiko für die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis erhöht (RA), konnten Forscher bislang nicht eindeutig klären. Empirisch zeigt sich einer Studie am Berliner Rheuma-Forschungszentrum, dass Rheumapatienten häufiger rauchen als die Normalbevölkerung. Das lässt jedoch nicht den Schluss zu, dass Rauchen zu Rheuma führt. Diskutiert wird vielmehr ein kompliziertes Zusammenspiel von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen. Tabakkonsum wirkt sich bei erblicher Vorbelastung besonders negativ aus. Müller-Ladner vermutet noch einen anderen Grund: "CCP-Antikörper sind bis zu zehn Jahre vor den ersten Symptomen im Blut nachweisbar. Rauchen erhöht die Menge und kann den Ausbruch einer rheumatoide Arthritis damit begünstigen."

 

 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

| Jeden Tag sterben in Deutschland 300 Menschen am Rauchen. Damit geht jeder siebte vorzeitige Todesfall auf Tabakgenuss zurück. Diese und andere erschreckende Zahlen hat jetzt eine Studie ermittelt.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.