Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Rheuma und COVID-19: Online-Register sammelt Erfahrungen

Freitag, 10. April 2020 – Autor:
Haben Rheumapatienten ein erhöhtes Risiko, schwer an COVID-19 zu erkranken? Ärzte tappen da momentan noch um Dunklen. Zwei neue online-Register für Deutschland und Europa sollen bald bessere Erkenntnisse liefern.
Noch liegen wenige Daten zu Rheuma und COVID-19 vor. Ein neues online-Register der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie soll das ändern

Noch liegen wenige Daten zu Rheuma und COVID-19 vor. Ein neues online-Register der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie soll das ändern

Menschen mit Vorerkrankungen gehören zur Risikogruppe in der COVID-19-Pandemie. Ob generell auch Rheumapatienten dazu gehören, ist bislang noch nicht erwiesen. Klar ist nur, dass Rheumatiker, die immunsuppressive Therapien erhalten, ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion haben.

Damit die Wissenslücke bald geschlossen wird, hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) zusammen mit der Universitätsklinik Gießen jetzt das Online-Register „Covid19-Rheuma.de“ eingerichtet. „Wir wissen zwar, dass Menschen mit aktivem Rheuma generell infektanfälliger sind, für eine Infektion mit SARS-CoV-2 liegen uns jedoch bislang keine evidenzbasierten Erkenntnisse vor", begründet DGRh-Präsident Professor Hendrik Schulze-Koops die Initiative.

Covid19-Rheuma.de kooperiert mit europäischer Forschungs-Datenbank

Die Fachgesellschaft bittet nun alle Rheumatologen, für ihre Patienten den Fragebogen in dieser deutschlandweiten digitalen Plattform auszufüllen. „Das Ausfüllen des Fragebogens ist einfach und dauert nur etwa fünf bis zehn Minuten“, sagt Rheumatologe Schulze-Koops und versichert, dass die Patientendaten anonymisiert gesammelt werden und sich das online-Register an den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung orientiert.

Parallel hatte die europäische rheumatologische Fachorganisation EULAR bereits eine europäische Forschungs-Datenbank eingerichtet, in dem COVID-19-Fällen bei Kindern- und Erwachsenen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen dokumentiert werden. Auch in den USA gibt es so ein Register.

Die Daten aus Deutschland fließen anonymisiert in die beiden internationalen Register ein. Ärzte sollten ihre Fälle aus Deutschland deshalb ausschließlich im deutschen Register melden. „Das erspart den Ärzten zusätzlichen Aufwand, verhindert Doppelerfassungen und ermöglicht die Analyse der Daten nach unterschiedlichen Aspekten“, sagt Schulze-Koops.

 

Rheumamedikamente nicht auf eigene Faust absetzen

Bis brauchbare Erkenntnisse aus den Datensammlungen gewonnen werden können, sollten sich Rheumapatienten strikt an die aktuellen Hygiene- und Kontaktvorgaben vom Robert-Koch-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung halten. Weiterhin rät Professor Schulze-Koops davon ab, aus Sorge vor einer COVID-19-Erkrankung die Rheumamedikamente abzusetzen. Im Zweifel sollen sich Betroffene an ihren behandelnden Rheumatologen wenden. Zudem gebe es hilfreiche Informationen auf der website der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie.

Foto:© Adobe Stock/narstudio

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Rheuma , Coronavirus
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

22.05.2020

Die Corona-Pandemie hat die USA besonders hart getroffen. Über die Situation in New York, die Vorhersage von COVID-19 Krankheitsverläufen mittels modernster IT sowie Künstlicher Intelligenz am New Yorker Krankenhausverbund Mount Sinai sowie die gesellschaftspolitischen Folgen der Pandemie für das amerikanische Gesundheitssystem hat Gesundheitsstadt Berlin mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, Professor für Digital Health am Hasso Plattner Institut in Potsdam, einen Podcast durchgeführt.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
 
Weitere Nachrichten
Zur Senkung hoher Cholesterinwerte werden Statine als Mittel der Wahl eingesetzt, da sie wirksam vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Berichte über Nebenwirkungen verunsichern viele Patienten. Wie sicher und verträglich sind diese Cholesterinsenker?


Nagelpilz (Onychomykose) ist ein verbreitetes Leiden. Pilzsporen dringen in den Nagel ein und führen zu Verfärbungen und Verdickungen. Dagegen gibt es rezeptfreie Mittel. Wie wirksam sind sie?
 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin