. Neurologie

Restless-Legs-Syndrom mit Dopamin-Präparten behandelbar

Rund jeder zehnte Erwachsene über 40 leidet an einem Restless-Legs-Syndrom. Eine organische Ursache gibt es nicht, jedoch scheint der Dopamin-Stoffwechsel gestört zu sein. L-Dopa-Medikamente führen nämlich meist zu einer raschen Besserung.
Wenn die Unruhe in den Beinen unerträglich wird: Notfalls hilft ein Dopamin-Ersatz bei Restless-Legs-Syndrom - meistens

Wenn die Unruhe in den Beinen unerträglich wird: Notfalls hilft ein Dopamin-Ersatz bei Restless-Legs-Syndrom - meistens

Wenn die Beine unkontrolliert zappeln, dazu ziehende und reißende Schmerzen auftreten – spricht man von einem Restless-Legs-Syndrom (RLS). Der starke Bewegungsdrang der Beine ist besonders am Abend, in der Nacht und in Ruhephasen ausgeprägt. Viele Patienten bringt das Restless-Legs-Syndrom um ihren Schlaf. Bewegung hilft am besten gegen das unerträgliche Kribbelgefühl.

Dopamin Ersatz wirkt

In der Literatur gilt das Restless-Legs-Syndrom als eigenständige neurologische Erkrankung. Jedoch ist keine organische Ursache bekannt. Ärzte gehen vielmehr von einer Störung des Dopamin-Stoffwechsels aus, denn die Beschwerden lassen durch die einmalige Gabe bestimmter Medikamente, die das körpereigene Dopamin nachahmen, meistens rasch nach. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff für die Vermittlung von Nachrichten zwischen den Nervenzellen. Bei Parkinson liegt zum Beispiel ein extremer Dopaminmangel vor und auch hier kommt es zu unkontrollierten Bewegungen.

„Patienten mit Restless-Legs-Syndrom werden meist zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr therapiebedürftig“, berichtet Professor Svenja Happe, Chefärztin der Neurologie der Klinik Maria Frieden Telgte in ihrem Artikel "Das Restless-Legs-Syndrom und seine Differentialdiagnosen“, der jetzt in der Fachzeitschrift „Schlaf“ erschienen ist. Dabei seien Frauen über 35 etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Etwa zwei Prozent würden therapiebedürftig. Als Mittel der Wahl stehen Medikamente wie L-Dopa zur Verfügung. „Patienten mit RLS sprechen gut auf Medikamente an, die das körpereigene Dopamin nachahmen“, so die Neurologin.

 

Restless-Legs-Syndrom als unerwünschte Nebenwirkung

Während in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle das Restless-Legs-Syndrom als idiopathische Erkrankung auftritt, kann es bei manchen Patienten die Folge einer anderen Krankheit sein. Ärzte sprechen dann von sekundären Formen. Svenja Happe führt vor allem Nierenversagen mit Harnvergiftung, Blutarmut durch Eisenmangel, aber auch eine Schwangerschaft auf. Ein vermehrtes Auftreten zeigt sich auch bei der rheumatoiden Arthritis, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus, Schädigungen von Nervenfasern (Polyneuropathie), Parkinson und Multiplen Sklerose. Systematische epidemiologische Studien zur Häufigkeit fehlen laut Happe jedoch meist. „Oft bleibt daher unklar, ob das RLS eine Folge ist oder ursächlich mit diesen Erkrankungen auftritt.“ Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva, komme es häufiger zu einem Restless-Legs-Syndrom, so die Neurologin.

Foto: © juniart - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Neurologie
 

Weitere Nachrichten zum Thema Restless-Legs-Syndrom

| Für Betroffene ist das Restless Legs Syndrom häufig eine Qual. Sie leiden nicht nur unter den unruhigen, kribbelnden und zuckenden Beinen, sondern auch unter der daraus folgenden Schlaflosigkeit. Die Deutsche Restless Legs Vereinigung gibt Tipps, wie den Beschwerden entgegengewirkt werden kann.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Bienen könnten die Polizeiarbeit unterstützen, so die Nachricht der Gewerkschaft Polizei (GdP). Die Insekten seien dank ihres außergewöhnlichen Geruchsinns hervorragend geeignet, Substanzen wie Drogen, aber auch Menschen aufzuspüren, teilte die Gewerkschaft in ihrer Mitgliederzeitschrift mit.
Künstliche Intelligenz in der Medizin nutzt digital vorliegende Informationen, um die Diagnose und Behandlung von Krankheiten zu erleichtern. Bereits heute trägt KI dazu bei, Krankheiten effizienter zu diagnostizieren, Medikamente zu entwickeln und Gene zu editieren.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.