Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
17.05.2016

REM-Phase für räumliche Erinnerung nötig

Ein gesunder Schlaf ist für das Gedächtnis enorm wichtig. Forscher konnte nun zeigen, warum die Traumphase REM für die räumliche Erinnerung essentiell ist.
In der REM-Phase träumen wir. Auch räumliche Erinnerungen werden dann gespeichert

In der REM-Phase träumen wir. Auch räumliche Erinnerungen werden dann gespeichert

Informationen werden vom Gehirn unter anderem als räumliche Erinnerung gespeichert. Wie man heute weiß, passiert dabei vieles sprichwörtlich im Schlaf. Insbesondere die Traumphase (REM-Phase) soll an der Informationsspeicherung beteiligt sein. Bislang konnte jedoch nie ein kausaler Zusammenhang zwischen REM-Schlaf und Erinnerung nachgewiesen werden, da die Aktivität von Nervenzellen während des REM-Schlafs nicht isoliert untersucht werden konnte.

Einem internationalen Forscherteam ist die nun offenbar gelungen. Mit Hilfe einer relativ neuen Technik, der Optogenetik, konnte das kanadisch/schweizerische Team erstmals einen kausalen Zusammenhang zwischen dieser Schlafphase und der räumlichen Erinnerung nachweisen. Die Studie wurde im Journal «Science» publiziert.

REM-Schlaf verfestigt Informationen des GPS

In der Studie wurden Mäuse so trainiert, dass sie eine räumliche Orientierungs-Aufgabe lösen konnten. Während des Schlafs der Tiere wurden jene Nervenzellen des Hippocampus, die für die räumliche Erinnerung zuständig sind, mittels Lichtimpulsen (Optogenetik) unterdrückt. Fand diese Unterdrückung während der REM-Phase statt, war die Erinnerung am nächsten Morgen signifikant schwächer, als wenn sie während einer anderen Schlafphase vorgenommen wurde. „Dies zeigt, dass die REM-Phase für die räumliche Erinnerung nötig ist“, kommentiert Prof. Antoine Adamantidis von der Universität Bern die Ergebnisse.

 

Gedächtnisverlust durch gestörte Traumphase?

Die Forscher hoffen nun, die Studienergebnisse für die Behandlung von Schlafstörungen nutzen zu können. Schlafmangel wird mit mehreren Erkrankungen in Verbindung gebracht – darunter auch neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer. «Auffallend ist, dass die REM-Phase in solchen Krankheiten oft massiv gestört ist», sagt Adamantidis. «Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine unterbrochene REM-Phase offenbar direkt zu einem Gedächtnisverlust führt, wie sie etwa bei Alzheimer auftritt.» Allerdings könnte es auch genau umgekehrt sein. Was Henne und was Ei ist, müssen weitere Studien zeigen.

Foto: © kieferpix - Fotolia.com

Foto: kieferpix - Fotolia

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Schlafstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Schlaf

20.07.2019

Wenig oder unruhiger Schlaf scheint das Risiko für Arteriosklerose deutlich zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit fast 4.000 gesunden Erwachsenen. Arteriosklerose wiederum begünstigt zahlreiche Folgeerkrankungen wie PAVK, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Viele Eltern meinen es gut, wenn sie vor ihren Kindern über eine Demenz bei deren Großeltern nicht sprechen. Sie wollen sie nicht belasten. So schwer es für Kinder ist, diese Erkrankung zu verstehen – so sehr spüren sie, dass etwas nicht stimmt. Experten raten deshalb zu einer kindgerechten Offenheit.


Bewusst einmal etwas ganz anderes tun als im beruflichen Alltag, Dinge selber machen, mit den Händen arbeiten – selbstbestimmt, kreativ, meditativ: Heimwerken kann sich positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken und sogar eine therapeutische Wirkung entfalten. Gut für Menschen, die sich gesund halten wollen, auf einen Therapieplatz warten – oder eine laufende Therapie unterstützen möchten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin