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23.04.2021

Regelmäßige Spaziergänge – zwölf Prozent weniger Depressionen

Farben sehen, Geräusche hören, den Kreislauf sanft auf Touren bringen: Spaziergänge verändern den Blick und sorgen für neue Ideen und Lösungsansätze. Eine norwegische Langzeitstudie belegt die vorbeugende und heilende Kraft des Spazierengehens: Zwölf Prozent aller Depressionen ließen sich vermeiden, wenn sich jeder Erwachsene wenigstens eine Stunde pro Woche bewegen würde.
Zwei junge Frauen gehen im Wald nebeneinander spazieren.

Antidepressiv: Spazieren gehen holt einen heraus aus dem Gedankensumpf, verändert den Blick und macht den Kopf frei für neue Ideen und Lösungsansätze.

Lichttherapie, Meditation und Entspannungsübungen sind natürliche Methoden, um Depressionen zu lindern und vorzubeugen. Als besonders wirksam gelten auch Ausdauersportarten wie Joggen, Walking, Radfahren oder Schwimmen. Doch man muss nicht immer gleich an Leistung denken, denn das kann selbst Stress auslösen, statt ihn zu bekämpfen. Wer Sport als Ausgleich für die Seele nutzt, sollte moderat trainieren, sagen Experten. Eine norwegische Langzeitstudie mit fast 34.000 Probanden belegt laut einem Bericht der „Apotheken Umschau" die heilende Kraft des Spazierengehens. Zwölf Prozent aller Depressionen ließen sich vermeiden, wenn sich jeder Erwachsene wenigstens eine Stunde pro Woche bewegen würde.

Spazieren gehen: Veränderter Blick, neue Ideen

In Corona-Zeiten erlebt der Spaziergang eine Renaissance. „Die kleinen Wanderungen in der Umgebung sind während der Ausgangsbeschränkungen nicht nur die oft einzige Möglichkeit, um Freunde zu treffen, körperlich aktiv zu sein, einfach rauszukommen“, schreibt die Apotheken Umschau. „Sie verändern auch den Blick – und sorgen damit für neue Ideen und Lösungsansätze.“

 

Bewegung lenkt uns von Dingen ab, die uns belasten

Bewegung lenkt uns von Dingen ab, die uns belasten. Diese heilsame Wirkung körperlicher Aktivitäten nutzt auch Alexander Brümmerhoff, Oberarzt in einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Berlin, in seiner Therapie. Beim Herumschlendern könne man darüber sprechen, was man gerade sieht oder erlebt. „Das ist beim Spazierengehen toll. Man fängt nicht sofort bei etwas Schwerem an, sondern geht erst mal los", sagt Brümmerhoff.

Heilsame Auszeit gut für Achtsamkeitsübungen

Bei der kleinen, heilsamen Auszeit im Stadtpark, auf Feldern oder im Wald sei bewusstes Nichtstun nicht nur erlaubt – es sei sogar ausdrücklich erwünscht, sagt Psychiater Brümmerhoff. „Im Freien gelingt es viel natürlicher und effektiver, Achtsamkeitsübungen zu vermitteln und einzuüben." Seine Klienten beauftragt er im Rahmen therapeutischen Spazierengehens zum Beispiel damit, langsam nacheinander jeweils fünf Dinge zu benennen, die sie hören, spüren oder sehen. Diese Übung helfe, sich in Momenten negativen Grübelns wieder stärker mit sich selbst zu verbinden, sagt der Psychiater.

Was Bewegung mit der Psyche macht

Regelmäßige körperliche Bewegung ist zunächst einmal gut für die körperliche Gesundheit. Sie beugt zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor und stärkt die Abwehrkräfte. Ihre positive Wirkung erstreckt sich aber selbst auf die psychische Gesundheit und macht uns glücklicher und energiegeladener:

  • Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol werden abgebaut.
  • Der Körper kann entspannen.
  • Glückshormone werden ausschüttet (Opioide, Endocannabinoide, Endorphine), die Stimmung hellt sich auf.
  • Bewegung verbessert auch Konzentrationsvermögen und geistige Leistungsfähigkeit.

 (Quelle: Apotheken Umschau, Instahelp, Sportaktiv)

Foto: AdobeStock/Jacek Chabraszewski

Hauptkategorie: Medizin
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