Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Reflux: Operation schützt nicht vor PPI

Montag, 9. Februar 2015 – Autor:
Wer unter Reflux („Sodbrennen“) leidet, ist oft dauerhaft auf Medikamente, meist PPI, angewiesen. Von einer Operation erhoffen sich viele Betroffene Medikamentenfreiheit, doch bei jedem Zweiten müssen nach dem Eingriff wieder PPI verschrieben werden.
OP bei Reflux.

Die Refluxkrankheit ist nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich. – Foto: papa - Fotolia

Rund sieben Prozent der Deutschen leiden unter der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), häufig auch als „Sodbrennen“ bezeichnet. Und etwa ein Fünftel der Erwachsenen haben zumindest hin und wieder mit dem Reflux zu kämpfen. Die meisten von ihnen erhalten Protonenpumpenhemmer (PPI), oft auch als Dauertherapie. Zusätzlich können auch noch andere Medikamente verschrieben werden.

 

 

Bei Nichtansprechen auf die medikamentöse Therapie oder starken Nebenwirkungen kann auch eine Operation angebracht sein. Viele Reflux-Patienten hoffen, dadurch nicht mehr auf PPI angewiesen zu sein – ein Trugschluss, wie eine aktuelle Studie aus Dänemark gezeigt hat.

Jeder zweite Patient benötigt weiterhin PPI

  • Für die Studie werteten die Forscher Daten von 3465 erwachsenen Patienten aus, bei denen zwischen 1996 und 2010 eine Operation gegen die Refluxkrankheit durchgeführt worden war.
  • Wie sich zeigte, lag das Risiko, nach fünf, zehn oder 15 Jahren wieder PPI verschrieben zu bekommen, bei 58, 72 beziehungsweise 83 Prozent.
  • Die Wahrscheinlichkeit, wieder dauerhaft auf PPI angewiesen zu sein, lag innerhalb von fünf, zehn oder 15 Jahren bei 29, 41 und 57 Prozent.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren für eine erneute PPI-Medikation zählten ein hohes Alter, weibliches Geschlecht sowie die Höhe des PPI-Bedarfs vor der OP. Die aktuelle Studie zeige, "dass mittelfristig jeder zweite Patient trotz einer Operation regelmäßig PPI benötigt und vier von fünf Patienten intermittierend PPI einnehmen werden“, erklärt Professor Martin Storr vom Klinikum Großhadern in München. Dies solle den Patienten, die eine Operation durchführen lassen wollen, klar gesagt werden, um die hohen Erwartungen zurückzuschrauben, so der Gastroenterologe.

Trotz der Ergebnisse kann eine Operation sinnvoll sein, wenn die Betroffenen sehr unter dem Reflux leiden. Frühere Studien haben gezeigt, dass die Lebensqualität durch einen Eingriff erhöht werden kann.

 

Reflux nicht unterschätzen

Die gastroösophageale Refluxkrankheit wird durch einen Rückfluss (Reflux) von Magensäure und Galle vom Magen in die Speiseröhre verursacht. Der Reflux verursacht nicht nur das sehr unangenehme „Sodbrennen“, sondern kann auch langfristig zu Entzündungen der Speiseröhre und sogar zu bösartigen Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut führen. Eine adäquate Therapie des Reflux ist daher unerlässlich.

Foto: © papa - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Reflux

25.01.2017

Protonenpumpeninhibitoren (PPI) reduzieren die Bildung von Magensäure. Langfristig eingenommen werden sollten sie nur auf Rat des Arztes. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) hin.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Mit einem sogenannten CRP-Schnelltest können Ärzte in wenigen Minuten einen viralen von einem bakteriellen Infekt unterscheiden. Zahlen der AOK Sachsen-Anhalt zeigen, dass durch den Test deutlich weniger Antibiotika verordnet werden.


Nach fast zwei Jahren Pandemie liegen die Nerven im Gesundheitswesen blank. Tausende Pflegekräfte haben in den vergangenen Monaten ihren Job verlassen. Wie kommen wir aus der Krise heraus und vor allem: Wie geht es danach weiter? Der 15. Nationale Qualitätskongresses Gesundheit versucht, Antworten zu finden.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin