. Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Rauchstopp - auch mit Lungenerkrankung ist es nicht zu spät

In Deutschland leidet Expertenschätzungen zufolge etwa rund jeder Zehnte über 40 Jahren an der chronischen Lungenkrankheit COPD. Die Krankheit ist damit häufiger als Asthma, Lungenentzündung und Lungenkrebs zusammen. Der Welt-COPD-Tag lenkt am heutigen Mittwoch die Aufmerksamkeit weltweit auf die Lungenkerkrankung und die Patienten.
COPD-Patienten werden immer mehr

Immer mehr Menschen leiden an der Lungenerkrankung COPD.

Unter dem Motto „Es ist nicht zu spät“ stellt der Welt-COPD-Tag auch in diesem Jahr die Möglichkeiten im Mittelpunkt, die eigene Lungengesundheit zu verbessern. Ins Leben gerufen hat ihn bereits im Jahr 2002 die Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Diseases (GOLD). Die Initiative will damit das Bewusstsein für die Erkrankung COPD in über 50 Ländern der Erde wecken und stärken.

Der Aktionstag will Betroffenen helfen, das Fortschreiten der Lungenkrankheit nach der Diagnose aufzuhalten. Die wichtigsten Tipps für COPD-Patienten fasst die GOLD-Initiative zusammen. An erster Stelle steht der Rauchstopp. Die GOLD-Initiative rät Betroffenen, dabei die Unterstützung des Hausarztes zu suchen und Freunde und Familien in das Vorhaben einzubeziehen.

Regelmäßige Arztbesuche sind für COPD-Patienten wichtig

GOLD weist aber auch darauf hin, dass COPD-Patienten die Anweisungen ihres Arztes zur Medikamenteneinnahme beachten und mindestens zweimal pro Jahr einen Lungenfacharzt aufsuchen sollen. Bei jedem Arztbesuch sollte die Medikamenteneinnahme besprochen werden. Außerdem wird COPD-Patienten als chronisch Kranken die Grippeschutzimpfung empfohlen.

Wichtig ist es für die Patienten auch, auf Atembeschwerden vorbereitet zu sein, damit sie im Notfall schnell reagieren können. Um Atembeschwerden vorzubeugen ist – neben der Rauchfreiheit - regelmäßiges Lüften, vor allem beim Kochen, hilfreich.

Während fast alle Lungenerkrankungen in den letzten zehn Jahren weiter zugenommen haben, ist die Entwicklung bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland Experten zufolge besonders dramatisch. An dieser irreversiblen Erkrankung der Atemwege verstarben 2011 dem Weißbuch Lunge 2015 zufolge 14.970 Männer und 11.048 Frauen. Damit lag die Zahl der Todesfälle um fast 25 Prozent über der aus dem Jahr 2005, so der Bundesverband der Pneumologen, die Deutsche Lungenstiftung und der Verband Pneumologischer Kliniken.

Rauchverbote wirken bislang offenbar nicht auf COPD-Rate

Die Fachverbände stellen bislang nicht fest, dass Rauchverbote im öffentlichen Raum sich auf die COPD-Rate auswirken würden. Dagegen beobachten sie zunehmend, dass Patienten, die nie geraucht haben an einer COPD erkranken. Daher vermuten die Experten, dass bei der Entstehung der Lungenerkrankung neben dem Risikofaktor Nummer eins - dem Tabakrauchen - auch noch andere Umwelteinflüsse eine Rolle spielen.

Bei Rauchern, die etwa 20 Jahre rauchen, bildet sich den Angaben der Fachgesellschaften zufolge in rund 15 bis 20 Prozent eine COPD. Unabhängig vom Zigarettenkonsum tritt COPD bei Männern fast doppelt so häufig auf wie bei Frauen. Auch sind unter den Erkrankten Menschen mit sozioökonomisch niedrigem Status stärker vertreten. Die Erkrankung kann zudem innerhalb bestimmter Familien gehäuft vorkommen. Das deute auf eine erbliche Veranlagung hin, die aber noch nicht nachgewiesen sei.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit etwa 600 Millionen Menschen an COPD. In den Vereinigten Staaten ist COPD die vierthäufigste Todesursache - europaweit liege sie bereits an dritter Stelle.

Foto: Felix Pergande – fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Lungenerkrankung COPD

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Bei Frauen mit genetisch bedingtem Lungenhochdruck kann Östrogen eine Rolle bei der Erkrankung spielen. Experimente zeigen nun, dass Medikamente, die das Östrogen hemmen, der Erkrankung vorbeugen und auch zu ihrer Behandlung dienen können.
Knapp drei Millionen Tiere sterben in Deutschland jedes Jahr für die Forschung – viele davon umsonst, weil sich die Ergebnisse aus Tierversuchen oft nicht auf Menschen übertragen lassen. Nun wurde ein Modellsystem ausgezeichnet, das Tierversuche in der Schlaganfallforschung ersetzen soll.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.
Kinder suchtkranker Eltern sind besonderen Belastungen ausgesetzt und haben ein hohes Risiko, später selbst eine Sucht oder andere psychische Erkrankungen zu entwickeln. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Marlene Mortler über die Situation betroffener Kinder und die Notwendigkeit von Unterstützungsangeboten gesprochen.
Die Berichterstattung über Methadon als Krebsmittel weckt große Hoffnungen. Doch wie sieht eigentlich die rechtliche Seite aus, wenn Ärzte ein Medikament außerhalb des Zulassungsbereichs (Off-Label) verschreiben? Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Medizinrechtler Prof. Dr. Christian Dierks gesprochen, welche Risiken Ärzte eingehen und ob Patienten einen Anspruch auf einen individuellen Heilversuch mit Methadon haben.