. Zahnverlust durch Tabakkonsum

Raucher verlieren ihre Zähne früher

Raucher haben ein deutlich höheres Risiko als Nichtraucher, ihre Zähne bereits in jungen Jahren zu verlieren. Allerdings können sie ihr Risiko durch einen Rauchstopp wieder senken – bis zum Normalmaß dauert es allerdings rund zehn Jahre.
Raucher verlieren früher ihre Zähne

Wer seine Zähne lange behalten will, sollte mit dem Rauchen aufhören

Rauchen schadet bekanntermaßen der Lunge, den Gefäßen und kann neueren Studien zufolge auch die Entwicklung einer Demenz beschleunigen und den Verlauf von MS negativ beeinflussen. Wie sehr Rauchen auch den Zähnen schaden kann, haben nun Wissenschaftler um Professor Heiner Boeing und Dr. Kolade Oluwagbemigun vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DifE) und Professor Thomas Dietrich von der University of Birmingham untersucht. Ihre Untersuchung ist Teil der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer und Nutrition). In die Potsdamer Teilstudie flossen die Daten von 23.376 erwachsenen Probanden ein. Die Analyse ist die erste große deutsche, prospektive Langzeitbeobachtungsstudie, die den Zusammenhang zwischen Rauchen, Raucherentwöhnung und Zahnausfall in drei verschiedenen Altersgruppen untersucht hat.

Raucher leiden öfter unter Parodontitis

Es zeigte sich, dass Raucher im Vergleich zu Personen, die nie geraucht haben, ein bis zu 3,6-fach erhöhtes Risiko hatten, ihre Zähne vorzeitig zu verlieren, und dies unabhängig von anderen Risikofaktoren wie zum Beispiel Diabetes. Der Zusammenhang war bei jüngeren Personen stärker ausgeprägt als bei älteren. Zudem beobachteten die Wissenschaftler, dass die ermittelten Risikobeziehungen dosisabhängig waren. Starke Raucher, die mehr als 15 Zigaretten pro Tag konsumierten, hatten ein höheres Risiko als diejenigen, die weniger rauchten.

„Man verliert seine Zähne hauptsächlich als Folge von Karies oder Parodontitis. Wir wissen zudem, dass Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontitis ist. Daher ist der beobachtete Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust sicherlich primär durch ein erhöhtes Auftreten der Parodontitis bei Rauchern zu erklären“, sagt Co-Autor Oluwagbemigun. „Zahnfleischentzündungen bei Rauchern lassen sich somit auch als erstes greifbares Warnsignal sehen, das darauf hinweist, dass die Gesundheit durch den Tabakkonsum bereits stark geschädigt ist“, ergänzt Dietrich.

 

Rauchstopp senkt das Risiko für Zahnverlust

„Unglücklicherweise maskiert Rauchen Zahnfleischbluten – eines der wenigen Symptome einer Parodontitis“, so Dietrich weiter. Hierdurch könne das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder erscheinen, als es tatsächlich ist. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Menschen, die mit dem Rauchen aufhören, können ihr Risikoniveau bereits nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das einer Person senken, die niemals geraucht hat. „Letzteres kann allerdings über zehn Jahre dauern“, so Dietrich.

Foto: © Robert Kneschke - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Rauchen

| Rauchen ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dass es auch unsere Gene beeinflusst, konnten nun Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung zeigen. Besonders ein Gen, das an Entzündungsvorgängen beteiligt ist, wird durch Tabakkonsum aktiviert.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Eine akute Typ A-Aortendissektion muss sofort behandelt werden. Doch die Diagnose ist nicht immer leicht. Selbst Notärzte können die Erkrankung mit einem Herzinfarkt verwechseln – nicht selten mit tödlichen Folgen. Das „Aortentelefon“ des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) koordiniert die Behandlung und kann damit Leben retten.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.