. Augenkrankheiten

Raucher erkranken öfter an Grünem Star und Makuladegeneration

Rauchen kann sprichwörtlich ins Auge gehen. Ob Grüner oder Grauer Star, eine Makuladegeneration im Alter oder ein trockenes Auge - Raucher sind wesentlich gefährdeter, eine Augenkrankheit zu bekommen.
Raucher haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko für gefährliche Augenkrankheiten wie den Grünen Star oder die altersbedingte Makuladegeneration

Raucher haben ein nahezu doppelt so hohes Risiko für gefährliche Augenkrankheiten wie den Grünen Star oder die altersbedingte Makuladegeneration

Rauchen verursacht neben Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen auch viele Augenkrankheiten. Die empfindlichen Zellen werden sowohl direkt durch die toxischen Einflüsse der Schadstoffe als auch indirekt durch Durchblutungsstörungen geschädigt. Die Stiftung Auge warnt nun vor den Folgen des Rauchens.

So haben Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern ein fast doppelt so hohes Risiko, am Grünen Star (Glaukom) zu erkranken. Der Grüne Star ist die zweithäufigste Ursache für den Verlust des Sehvermögens in Deutschland. Ursache ist ein erhöhter Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt. Rund 15 Prozent der Erblindungen gehen auf diese Erkrankung zurück. Einer aktuellen Meta-Studie zufolge erhöht Rauchen das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, um durchschnittlich 88 Prozent. Dabei steigt das Erkrankungsrisiko mit der Dauer und Intensität des Zigarettenkonsums. Und der wiederum zerstört eine Struktur im Auge, die den Abfluss des Kammerwassers reguliert. Ist dieser Abfluss gestört, steigt der Druck im Augeninneren und damit auch auf den Sehnerv.

Risiko lässt sich durch Rauchstopp senken

„Die gute Nachricht: Ein Rauchstopp senkt das Erkrankungsrisiko deutlich. Bei ehemaligen Rauchern liegt es nur um etwas mehr als ein Viertel über dem von Nichtrauchern“, sagt Professor Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn.

Ein Rauchstopp könnte außerdem weitere Augenkrankheiten verhindern, beispielsweise eine altersabhängige  Makuladegeneration (AMD) oder einen Grauen Star (Katarakt).

 

Altersabhängige Makuladegeneration durch Rauchen beeinflusst

Die Wahrscheinlichkeit an einer AMD zu erkranken, liegt einer US-Studie zufolge bei aktiven Rauchern um 83 Prozent über der von Nichtrauchern, bei ehemaligen Rauchern um 42 Prozent. Zudem erkranken Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern im Schnitt mehr als fünf Jahre früher an der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration. Dies belegt eine aktuelle Studie, in der Forscher fast 500 Patienten mit feuchter AMD untersucht haben.

Auch das Risiko für einen Grauen Star steigt durch Rauchen um ein Drittel. Den unterschiedlichen Studien zufolge fördert die Kombination mehrerer negativer Gesundheitseinflüsse des Rauchens das Risiko für Augenerkrankungen: „Zum einen nehmen Raucher Giftstoffe auf, die die Körperzellen direkt schädigen. Zum anderen steigt durch Nikotinkonsum das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen, die langfristig ebenfalls zu Augenerkrankungen führen können“, erläutert Augenspezialist Holz.

Dampf und Rauch fördern Trockenes Auge

 

Desweiteren wird das Syndrom des Trockenen Auges begünstigt, da Rauch den Tränenfilm der Augen angreift, der wie ein Schutzschild für die Augenoberfläche wirkt. Laut dem Mediensprecher der Stiftung Auge Professor Christian Ohrloff ist dampfen genauso gefährlich wie rauchen: „Auch der Dampf aus E-Zigaretten greift die Augenoberfläche an. Zudem enthalten einige in E-Zigaretten verdampfte Flüssigkeiten Nikotin.“ Für die Augengesundheit mache es daher kaum einen Unterschied, ob jemand eine klassische Tabakzigarette rauche oder eine elektrische Zigarette nutze.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Augenkrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Augenkrankheiten

| Der Effekt der Schwangerschaft auf das Rauchverhalten von Müttern ist viel größer als bislang angenommen. Das zeigt eine Studie des RWI und der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit. Viele Frauen hören demnach schon beim Entschluss, Kinder zu kriegen, mit dem Rauchen auf. Alarmierend sei allerdings, dass jede siebte Frau noch nach dem vierten Monat raucht – und damit ihr ungeborenes Kind schädigt.
| Den Glimmstängel dauerhaft abzugeben, fällt den meisten Rauchern schwer. Doch es gibt Maßnahmen, die dabei helfen, dass es mit dem Rauchstopp klappt. Und in Zeiten von Corona sollte die Motivation besonders hoch sein.
| Bisher wurde die „Optische Kohärenztomographie“ (OCT) lediglich zur Diagnostik von Netzhauterkrankungen wie der altersbedingten Makula-Degeneration eingesetzt – als Momentaufnahme. Jetzt gibt es die OCT-Bilder auch bewegt und live: Die neue intraoperative Bildgebung ermöglicht Chirurgen eine nie dagewesene Präzision bei Eingriffen an Hornhaut und Netzhaut des Auges.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
. Weitere Nachrichten
Immer öfter klagen Verbraucher nach dem Verzehr von Produkten aus Weizenmehl über gesundheitliche Probleme. Kurios dabei ist: Manche vertragen die Brötchen vom einen Bäcker nicht, die vom anderen schon. Viele haben Probleme mit Weizen, aber nicht mit Dinkel – dabei sind beide Getreide eng verwandt. Ein Forschungsprojekt der Uni Hohenheim liefert neue Erkenntnisse darüber, warum.
Müdigkeit ist in der Regel ein normales, gesundes Gefühl, das uns darauf aufmerksam macht, dass wir Erholung brauchen. Doch manche Menschen fühlen sich immer müde, auch wenn sie ausreichend schlafen. Dann können ernsthafte Erkrankungen dahinterstecken.
Psychedelische Substanzen wie LSD oder Ketamin sind illegale Drogen. Doch Menschen mit schwer behandelbaren Depressionen können die Psychedelika (eng. Psychedelics) mitunter helfen. Der Psychiater Prof. Bernhard Baune vom Universitätsklinikum Münster fasst den aktuellen Stand der Forschung zusammen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.