. Rheumatoide Arthritis

Rauchen verdoppelt Rheuma-Risiko

Dass Rauchen zahlreiche gesundheitliche Schäden mit sich bringt, ist bekannt. Nun haben schwedische Forscher gezeigt, dass Rauchen auch das Risiko für Rheuma erhöht. Demnach ist das Rheuma-Risiko bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.
Rheuma durch Rauchen

Der Verzicht auf Tabakkonsum könnte Rheuma verhindern.

Wer raucht, schadet seiner Gesundheit auf viele verschiedene Arten. Lunge und Atemwege leiden, Augen, Zähne und Knochen werden geschädigt, und die Blutgefäße verlieren an Elastizität. Zu den Beschwerden, die durch Zigaretten entstehen können, zählt auch Rheuma. Schon frühere Studien haben gezeigt, dass Rauchen eine bestehende rheumatische Erkrankung verschlimmern und sogar den Ausbruch von Rheuma auslösen kann. Dies wurde nun in einer aktuellen schwedischen Studie bestätigt, wie die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) mitteilt. Die Forscher haben festgestellt, dass das Rheuma-Risiko bei Rauchern doppelt so hoch ist wie bei Nichtrauchern. Die Wissenschaftler veröffentlichen ihre Ergebnisse in dem Fachmagazin „Arthritis Research & Therapy“.

Rauchen verstärkt Autoimmunreaktion

Bei der Rheumatoiden Arthritis richten sich körpereigene Antikörper gegen bestimmte Eiweiße in den Geweben, die sogenannten citrullinierten Peptide. Im Zigarettenrauch befinden sich Substanzen, die diesen Angriff des Immunsystems auf die eigenen Gewebe fördern. Im Rahmen einer Langzeitstudie fand nun ein Team um Daniela di Guiseppe vom Karolinska Institut in Stockholm heraus, dass bestimmte Rauchinhaltsstoffe die Bildung genau dieser Eiweiße und in der Folge die Autoimmunreaktion begünstigen. Rauchen kann auf diese Weise die entzündliche Gelenkserkrankung auslösen beziehungsweise sie verschlimmern.

Bei der Untersuchung an 34.000 Frauen im Alter zwischen 54 und 89 Jahren konnte gezeigt werden, dass selbst jene Probandinnen, die nur eine bis sieben Zigaretten pro Tag rauchten, ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an Gelenkrheuma zu erkranken als Nichtraucher. Ulf Müller-Ladner, Direktor der Abteilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim, erklärt dazu: „Das ist kein Prozess von Tagen oder Wochen – wir wissen, dass die Menge der Antikörper meistens über mehrere Jahre anwächst.“ Ein rechtzeitiger Rauchstopp könnte daher die schlimmsten Folgen vermeiden.

Rheuma bei Rauchern aggressiver

Rauchen ist aber nicht nur ein Risikofaktor bei der Entstehung der Rheumatoiden Arthritis, es wirkt sich auch auf den Fortgang der Krankheit negativ aus. So wirken Rheumamedikamente bei Rauchern schlechter, was zur Folge hat, dass sie mehr davon einnehmen müssen als Nichtraucher, um die Symptome zu lindern.

„Dass Rauchen Rheuma verschlimmert, wissen wir seit Längerem“, so Müller-Ladner. „Dass es die Krankheit nach neuesten Erkenntnissen sogar auszulösen scheint, sollte vor allem Betroffene dazu bringen, sofort auf Zigaretten zu verzichten, auch wenn es sehr schwerfällt.“ Junge Menschen hätten es zum Teil selbst in der Hand, sich vor Rheuma und dessen schwerwiegenden Folgen zu schützen. Zwar bleibt selbst nach dem Rauchstopp das Risiko noch jahrelang erhöht, doch ein rechtzeitiger Verzicht auf Tabakkonsum kann die Entstehung von Rheuma möglicherweise verhindern.

Foto © ehabeljean - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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