. Gefährlicher Tabakkonsum

Rauchen ist für Frauen schädlicher als für Männer

An den Folgen des Rauchens sterben Frauen fast viermal so häufig wie Männer. Das Rauchen aufzugeben ist für viele schwierig - besonders weil sie eine Gewichtszunahme fürchten.
Rauchen schadet Frauen besonders

Rauchen schadet Frauen besonders

Um 10,5 Jahre verkürzt sich im Durchschnitt das Leben von Frauen aufgrund des Rauches. Bei Männern sind es "nur" 2,9 Jahre. Diese Zahlen meldete das Statistische Bundesamt anlässlich des diesjährigen Weltnichtrauchertages am 31. Mai 2012. Bei den durch Rauchen verursachten Todesfällen ist der Frauenanteil demnach gestiegen. Im Jahr 2010 starben schätzungsweise fast 14.000 Frauen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Das sind rund 36 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Insgesamt sterben Männer immer noch öfter als Frauen an den Folgen des Tabakkonsums, da sie häufiger rauchen - aber die Frauen holen auf. Während der Frauenanteil an den durch Erkrankungen wie Lungen-, Bronchial, Kehlkopf- und Luftröhrenkrebs insgesamt verursachten Todesfällen im Jahr 2001 bei 25 Prozent lag, waren es im Jahr 2010 schon rund 31 Prozent. Ob die Krebserkrankungen dabei immer auf das Rauchen zurückzuführen seien, liesse sich natürlich nicht hundertprozentig feststellen, so ein Sprecher des Bundesamts für Statistik. Aber immerhin weiss man, dass rund 90 Prozent aller Menschen, die an Lungenkrebs sterben, Raucher sind.

Sorge um Gewichtszunahme hindert viele, das Rauchen aufzugeben

Wieso Frauen durch das Rauchen gefährdeter sind als Männer, ist nicht bekannt. "Darüber gibt es keine wissenschaftliche Untersuchung", erklärt der Generalsekretär der Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns. Möglicherweise könnten hormonelle Schwankungen eine Ursache sein. Martina Pötschke-Langer, Leiterin der Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum, sieht hier eine dramatische Entwicklung. Wenn sich die Entwicklung so fortsetze, "dann wird der Lungenkrebs bei Frauen bald den Brustkrebs als Todesursache Nummer eins bei den Tumoren ablösen."

Einen positiven Trend gibt es bei den Kindern und Jugendlichen zu vermelden. Bei ihnen ist die Anzahl der Raucher gesunken. Während im Jahr 2001 noch 28 Prozent der 12- bis 17-Jährigen rauchten, waren es im vergangenen Jahr nur noch 12 Prozent. Bei den Erwachsenen ab 18 Jahren ist es dagegen jeder Dritte, der regelmässig zur Zigarette greift. Besonders hoch ist die Raucherquote bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren. In dieser Altersgruppe gehören 38 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer zur Gruppe der Raucher.

 

Rauchentwöhnung

Die Mehrzahl der Raucherinnen und Raucher möchte mit dem Rauchen aufhören, doch viele schaffen es nicht. Problematisch ist vor allem die psychische Abhängigkeit. Zudem hindert die Sorge um eine Gewichtszunahme viele daran, dass Rauchen aufzugeben. Dies gilt besonders für Frauen, aber zunehmend auch für Männer. Das bestätigt auch Michaela Goecke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dabei, so erklärt sie, seien die wenigen Kilogramm mehr an Gewicht, die durch das Aufhören verursacht werden können, bei weitem nicht so gesundheitsschädlich wie die Zufuhr von Giftstoffen, die durch das Rauchen aufgenommen werden.

Foto: BeaUhart/fotolia.com

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