. Strahlenschutz

Radiologen haben kein erhöhtes Krebsrisiko

Im Gegensatz zu früher haben Radiologen heute kein erhöhtes Krebsrisiko mehr. Das zeigt ein Vergleich der Daten von mehr als hunderttausend US-amerikanischen Ärzten. Die Maßnahmen zum Strahlenschutz scheinen heute also effektiv zu sein.
Krebsrisiko in der Radiologie

Radiologen haben heute kein erhöhtes Krebsrisiko mehr

Da ionisierende Strahlen das Risiko für Krebserkrankungen erhöhen, gibt es für Menschen, die in der Radiologie arbeiten, klare Regelungen zum Strahlenschutz. Ob diese tatsächlich vor Krebs schützen, kann nur in größeren epidemiologischen Studien untersucht werden. Eine Studie, in der die Daten von insgesamt mehr als hunderttausend US-amerikanischen Radiologen und Psychiatern analysiert wurden, zeigt, dass Radiologen heute kein erhöhtes Sterberisiko durch strahlenbedingte Erkrankungen haben. Für ältere Jahrgänge gilt hingegen, dass das Krebs- und Mortalitätsrisiko noch deutlich erhöht war.

Früher lebten Radiologen gefährlich

Forscher um Amy Berrington de González vom National Cancer Institute (NCI) in Bethesda/Maryland haben die Daten von 43.763 Radiologen ausgewertet, die zwischen 1916 und 2006 ihre klinische Tätigkeit begonnen hatten. Als Vergleichs­gruppe fungierten 64.990 Psychiater, da sie als Berufsgruppe vermutlich die geringste Exposition mit ionisierenden Strahlen haben. Es zeigte sich, dass das Sterberisiko bei den Radiologen nicht höher war als bei den Psychiatern. Allerdingt galt dies nur für Radiologen, die nach 1940 approbiert wurden.

Ältere Radiologen, die noch in Zeiten gearbeitet hatten, als der Bleischutz in der radiologischen Praxis noch nicht üblich war, starben häufiger an Krebs. So kamen tödliche Hautkrebs­erkrankungen über sechsmal häufiger vor. Auch Todesfälle aufgrund von myeloischen Leukämien und Lymphomen (insbesondere von Non-Hodgkin-Lymphomen) waren in der Vergangenheit signifikant häufiger.

Radiologen achten offenbar stärker auf ihre Gesundheit

Eine frühere Studie hatte sogar ergeben, dass Radiologen gegenüber Allgemeinärzten ein niedrigeres Mortalitätsrisiko hatten. Die Forscher vermuteten, dass dies darauf zurückzuführen sei, dass Radiologen seltener rauchten als andere Ärzte. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass sie die Folgen des Rauchens, zum Beispiel bei Lungenkrebspatienten, täglich deutlich vor sich sehen. Das scheint Radiologen zu ermutigen, besser auf ihren Lebensstil zu achten als Angehörige anderer Berufsgruppen.

Foto: © Nonwarit - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krebs , Blasenkrebs , Lungenkrebs , Leberkrebs , Radiologie , Röntgen

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebsrisiko

| Eine britische Studie liefert Hinweise darauf, dass hochgradig verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte das Krebsrisiko erhöhen können. Eine eindeutige Kausalität konnte durch die Analyse allerdings nicht bewiesen werden. Dazu sind noch weitere Forschungen notwendig.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Keine Altersgruppe wächst so schnell wie die der Hochbetagten. Viele, die auf die 100-Jahre-Marke zusteuern, verfügen über eigene Ideen und Strategien für ein gutes Altern. Die Wissenschaft, kritisiert jetzt eine der wenigen Altersforscherinnen, habe dies bisher aber so gut wie übersehen.
Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Betroffene haben unter anderem Schwierigkeiten mit der sozialen Interaktion und neigen zu stereotypen Verhaltensmustern. Nun hat eine Studie gezeigt, dass der Einsatz von Neurofeedback dazu beitragen kann, die Symptome zu lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Evangelisches Geriatriezentrum Berlin gGmbH, Reinickendorfer Straße 61, 13347 Berlin

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.