. Fahrradfahren

Radfahrer haben oft die falsche Sitzposition

Viele Radfahrer leiden unter Schmerzen in Nacken, Rücken oder Knien. Häufig ist eine falsche Sitzposition der Grund dafür. Sogar Sehnen- und Schleimbeutelentzündungen sind möglich, wenn Lenker, Sattel oder Pedale falsch eingestellt sind.
Haltung beim Radfahren

Radfahrer sitzen oft zu weit vorgebeugt

Radfahren ist keine natürliche Fortbewegungsart wie beispielsweise das Laufen. Da sich der Körper dem Gerät anpassen muss, ist es besonders wichtig, dass das Fahrrad optimal eingestellt ist. Dabei sind viele Fehler möglich. So sind Lenker, Sattel und Pedale häufig nicht in der richtigen Höhe oder im richtigen Abstand zueinander eingestellt. Viele Radfahrer bekommen daher Beschwerden. Vor allem sehr sportlich orientierte Radfahrer sitzen häufig zu weit vorgebeugt. Das bemängelt auch Dr. Wolfgang Reuter von der Deutschen Krankenversicherung (DKV) bei der „Verbraucherfrage der Woche“ der DKV.

Wirbelsäule sollte S-Form behalten

Da es sportlich aussieht, glauben viele Radfahrer, sie sollten möglichst weit nach vorne gebeugt auf dem Rad sitzen. Doch das ist nicht unbedingt richtig. „Ein stark nach vorne gebeugter Oberkörper beim Radfahren ist grundsätzlich nicht gesund“, so Reuter. Zwar sitzen auch Profi-Radfahrer stark nach vorne vorgebeugt, doch sie trainieren ihre Muskulatur auch entsprechend der Belastung. Bei Amateuren führe diese Sitzposition schnell zu Beschwerden wie beispielsweise Nacken- oder Rückenschmerzen oder auch zu Sehnen- und Schleimbeutelentzündungen, erklärt Reuter. Ausschlaggebend für die optimale Sitzhaltung beim Radfahren sei, dass die Wirbelsäule ihre natürliche S-Form beibehält. „Am besten eignet sich dazu eine leicht nach vorne geneigte Position, sodass der Körperschwerpunkt über den Pedalen liegt“, so der Experte.

Beim Radkauf gut beraten lassen

Radfahrer sollten darauf achten, dass weder Arme noch Beine während der Fahrt ganz durchgestreckt sind. Idealerweise beträgt der Winkel zwischen Armen und Rücken 90 Grad. Diese Position sorgt für eine optimale Muskelbeanspruchung und schützt zusätzlich die Handgelenke vor einer erhöhten Druckbelastung. Um Haltungsschäden vorzubeugen, kann es aber auch sinnvoll sein, andere Sportarten als Ausgleich zu betreiben oder bestimmte Kraftübungen auszuführen.

Beim Fahrradkauf sollten sich Interessenten ausführlich beraten lassen. So ist unter anderem die passende Rahmenlänge entscheidend für die richtige Haltung auf dem Rad. Zudem lassen sich bei den meisten Fahrrädern Sattelhöhe und Lenker individuell einstellen, um eine rückenschonende Haltung zu erreichen.

Foto: pixabay.com

Autor:
Hauptkategorie: Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Sport

Weitere Nachrichten zum Thema Sport

| Viele Fitnessstudios in Deutschland werben mit EMS, einer Trainingsmethode, bei dem die Muskeln während der Übungen zusätzlich mit elektrischem Strom stimuliert werden. Nun warnen Neurophysiologen vor möglichen Muskel- und Nierenschäden durch die Methode.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.