Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.05.2013

Qualitätsberichte der Krankenhäuser künftig mit mehr Informationen

Für die Qualitätsberichte der Krankenhäuser gelten neue Regelungen. Krankenhäuser müssen ihre Berichte nun jährlich vorlegen und deutlich mehr Informationen Preis geben als bisher. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner Mai-Sitzung beschlossen.
Qualitätsberichte der Krankenhäuser künftig mit mehr Informationen

In den Qualitätsberichten der Krankenhäuser sind künftig auch Angaben zur Hygiene zu finden

Seit dem Jahr 2005 sind die rund 2.000 Krankenhäuser in Deutschland gesetzlich verpflichtet, regelmäßig strukturierte Qualitätsberichte zu veröffentlichen. Die Berichte sollen der Information von Patienten und Versicherten dienen sowie einweisenden Ärzten und Krankenkassen eine Orientierungshilfe bieten. Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner Plenums-Sitzung am 16. Mai jede Menge Neuregelungen beschlossen. Die geänderten Vorgaben betreffen vor allem die Verkürzung des Rhythmus der Berichterstattung von bisher zwei Jahren auf ein Jahr, die künftige Einbeziehung aller Standorte eines Krankenhauses und zusätzliche Informationspflichten zum Thema Hygiene. Unter anderem müssen die Krankenhäuser nun differenziertere Angaben zu den beschäftigten Hygienefachkräften und der Personalanzahl in den einzelnen Fachabteilungen machen.

Zahl der Indikatoren hat sich auf 289 erhöht

Zugleich wird die Anzahl der zu veröffentlichenden – auch infektionsbezogenen – Qualitätsindikatoren und deren Ergebnisse von insgesamt 182 auf 289 deutlich erhöht. Der G-BA folgte damit den Empfehlungen des AQUA-Instituts, das die Indikatoren maßgeblich entwickelt hat.

„Transparenz ist ein wichtiger Baustein bei der Förderung von Qualität“, sagte Prof. Joachim Szecsenyi, Geschäftsführer des AQUA-Instituts. „Je mehr Qualitätsinformationen öffentlich verfügbar sind, desto besser können Patienten und zuweisende Ärzte ein passendes Krankenhaus finden. Gleichzeitig bietet sich für die Krankenhäuser die Chance, mit guter Qualität zu werben“, so Szecsenyi weiter. Das AQUA-Institut habe für die Indikatoren jeweils laienverständliche Bezeichnungen erstellt, so dass es künftig insbesondere für Patienten leichter werde, die Bedeutung der Informationen einzuschätzen.

Die 289 Indikatoren kommen aus allen 31 Leistungsbereichen, die im Jahr 2012 in der externen stationären Qualitätssicherung erhoben wurden. Die externe stationäre Qualitätssicherung umfasst insgesamt sogar 464 Indikatoren. Die restlichen Indikatoren wurden aber aus verschiedenen Gründen als „nicht zur Veröffentlichung geeignet“ eingestuft.

 

Mehr Transparenz für Patienten und einweisende Ärzte

„Mit der Neufassung der Regelungen für den Qualitätsbericht hat der G-BA die gesetzlich vorgesehenen Änderungen umgesetzt und zudem seine Handlungsmöglichkeiten genutzt, um den Informationsgehalt des Berichts für Patienten und Einweiser weiter zu verbessern“, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses Qualitätssicherung. Das Procedere für die Krankenhäuser sei zugleich im Rahmen der Möglichkeiten entbürokratisiert worden. Krankenhäuser müssen den Bericht künftig nicht mehr zusätzlich als PDF-Datei übermitteln, sondern ausschließlich maschinenverwertbare Daten vorlegen.

Anlass der Überarbeitung waren unter anderem Erfahrungen mit den Berichten über das Jahr 2010 und die Ergebnisse einer beauftragten Krankenhaus-, Patienten- und Einweiserbefragung sowie eines vom AQUA-Institut im März vorgelegten Prüfberichts zu den Qualitätsindikatoren. Die Änderungen gelten ab dem Erfassungsjahr 2012.

Foto: © beerkoff - Fotolia.com

Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Qualität , Qualitätsbericht , Qualitätssicherung , Krankenhäuser , Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenhäuser

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin