Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Psychische Erkrankungen: Höchststand bei Krankmeldungen

Noch nie gab es so viele Fehltage im Job wegen psychischer Erkrankungen: Mit rund 246 Tagen je 100 Versicherte erreichten Seelenleiden 2016 den Höchststand. Das berichtet die DAK Gesundheit.
Krankschreibung

Noch nie fehlten so viele Menschen wegen psychischer Erkrankungen im Job

Das Berliner IGES Institut hatte dafür die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen DAK-Versicherten ausgewertet. Die meisten Fehltage wegen psychischer Erkrankungen entfielen auf Depressionen mit 114,4 Tagen je 100 Versicherte, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen (45,5). Burn-out stagnierte bei 4,3 Tagen. Die Diagnose hatte 2010 mit 10,2 Tagen je 100 Versicherte ihren Höchststand.

Frauen waren weitaus stärker betroffen: Bei ihnen wurden rund 60 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen diagnostiziert als bei Männern (311 zu 191 Ausfalltage je 100 Versicherte). Damit kamen bei Frauen seelische Leiden damit erstmals auf Platz eins, gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 308 Fehltagen. Dazu kommt: Es fehlten zwar weniger Menschen aufgrund von psychischen Erkrankungen im Job, die einzelnen Krankheitsfälle dauerten aber länger an. Im Schnitt waren es 38 Tage (2015: 35 Tage).

Psychische Erkrankungen: Höchststand bei Krankmeldungen

Insgesamt standen bei den Krankmeldungen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen an erster Stelle (22 Prozent). Danach folgten psychische Erkrankungen (17 Prozent). Rund 15 Prozent gingen auf das Konto von Schnupfen und Co. Der Anteil von Krankheiten der Atemwege lag im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozentpunkte niedriger (2015: 16,6 Prozent).

Dabei meldeten sich Deutschlands Arbeitnehmer seltener krank. Der Gesamtkrankenstand sank von 4,1 auf 3,9 Prozent. Eine Krankschreibung dauerte 2016 im Schnitt 12,9 Tage, das sind 0,8 Tage länger als im Vorjahreszeitraum. Wie bereits 2015 war der Krankenstand in den östlichen Bundesländern höher als im Westen. Er lag bei 4,9 Prozent, im Westen bei 3,8 Prozent.

Foto: stockfotosMG/fotolia.com

 
Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Depression
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankschreibungen

01.04.2019

26,3 Tage pro Jahr im Schnitt fallen Arbeitnehmer krankheitsbedingt aus, wenn sie zu den Berufen mit den höchsten Krankenständen gehören. Bei den „gesündesten“ Berufen dagegen sind es nicht einmal halb so viele. Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) entscheidet der Beruf mit: bei der Länge der Krankschreibung – und bei den Diagnosen.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Im Gegensatz zur Bundespolitik ist offenbar eine klare Mehrheit von Apotheken-Mitarbeitern in Deutschland für eine Legalisierung von sogenanntem Genuss-Cannabis – unter der Bedingung einer streng kontrollierten Abgabe. Das ergibt sich aus einer Studie des Berliner Marktforschungsinstituts Aposcope.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin