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. Niedergelassener Bereich

Protest der Urologen: Bis Mitte Dezember keine Blasenspiegelung mehr

Ab sofort bieten viele urologische Praxen im ganzen Bundesgebiet keine Blasenspiegelung mehr an. Mit dem „Streik“ wollen Urologen für eine bessere Vergütung der Untersuchung kämpfen. Die Protestaktion soll noch bis zum 13. Dezember dauern.
Blasenspiegelung, Protestaktion

Eine Blasenspiegelung rechnet sich nicht. Darum führen niedergelassene Urologen nun eine bundesweite Protestaktion durch

Die Blasenspiegelung ist ein wichtiges Verfahren zur Diagnostik von gut- und bösartigen Erkrankungen der Harnblase und dient auch zur Nachsorge bei Blasenkrebs. Doch politisch droht der Untersuchung – auch Zystoskopie genannt – im niedergelassenen Bereich das Aus. Grund ist, dass die hohen Anforderungen an Durchführung und Aufbereitung der eingesetzten Endoskope das Budget der Urologen übersteigt, Praxen die Untersuchung also nicht kostendeckend durchführen können.

Protestaktion soll Druck auf die Politik erhöhen

Darum hat der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) jetzt zu einer Protestaktion aufgerufen:  Viele urologische Praxen haben sich angeschlossen und bieten bis Mitte Dezember ihren Patienten keine Blasenspiegelung mehr an. Der Berufsverband will nach eigenen Aussagen mit dieser Aktion den Druck bei Krankenkassen und in der Politik erhöhen. "Wenn nicht zeitnah eine zumindest kostendeckende Erstattung der Untersuchung durch die Krankenkassen erfolgt, sind wir als Ärzte bald nicht mehr in der Lage, diese wichtige und für viele Patienten notwendige Diagnostik in unseren Praxen anzubieten“, erklärt Dr. Axel Schroeder, Präsident des Berufsverbands der Deutschen Urologen. Schroeder bat im Namen aller teilnehmenden urologischen Praxen die Patienten um Verständnis. "Notfälle werden natürlich behandelt“, versicherte er, „alle anderen Patienten verweisen wir an die nächstgelegenen Kliniken."

Patientenvertreter fordern wohnortnahe Versorgung

Auch Patientenvertreter bedauern das drohende Aus für die Blasenspiegelung. „Aus unserer Sicht wäre es schwer zumutbar für Betroffene, für diesen einfachen Eingriff extra in eine Klinik gehen zu müssen", erläutert Ernst-Günther Carl vom Bundesverbands Prostatakrebs Selbsthilfe. "Egal ob in der Krebsvor- oder Nachsorge, Patienten müssen die Zystoskopie auch in Zukunft wohnortnah bei der Ärztin bzw. dem Arzt ihres Vertrauens durchführen lassen können", fordert Ernst-Günther Carl.

Für ambulante Praxen gelten aktuell dieselben Hygienerichtlinien wie in Kliniken. Obwohl niedergelassene Urologen nur selten operieren und hauptsächlich mit dem Endoskop diagnostizieren. Das stellt Praxen vor erheblichen logistischen und personellen Aufwand, der nicht durch die augenblickliche Vergütung abgedeckt wird.

Dass die Durchführung der Zystoskopie in urologischen Praxen eine zwingende Notwendigkeit ist, erklärten jüngst auch die Arbeitsgemeinschaft Leitende Krankenhausärzte der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) und der Vorstand der Fachgesellschaft. Schroeder: "Mitte Dezember tagt der Bewertungsausschuss. Wenn unsere Forderung dort auf der Agenda steht, ist unser Signal in Berlin angekommen."

Foto: pixabay

 
Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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