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18.04.2016

Prostata-OP bei Niedrig-Risiko-Karzinom gut abwägen

Bei einem Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom kann die aktive Überwachung eine Alternative zur Prostata-OP sein. Forscher errechneten erneut das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen.
Der PSA-Wert als Marker für Prostatakrebs ist nicht unumstritten

Der PSA-Wert soll Hinweise auf Prostatakrebs geben

Das Verhältnis zwischen Nutzen und Schaden der OP errechnete erneut eine schwedische Untersuchung im Rahmen der LAPPRO-Studie. In diese wurden insgesamt 4.003 Männer mit Prostatakrebs einbezogen, die an 14 schwedischen Zentren behandelt wurden. 338 Patienten erfüllten vor dem Eingriff – einer radikalen Prostatektomie - die Kriterien für einen Low-Risk-Krebs: niedriger PSA-Wert, niedriger Gleason-Score, geringe Tumorlänge.

Die Teilnehmer waren im Schnitt 60,7 Jahre alt. Vor der Behandlung hatten sie Fragebögen zu Sexualität und Blasenfunktion ausgefüllt. Zwölf Monate nach der OP wurden bei den Probanden die onkologischen und funktionellen Ergebnisse überprüft.

Prostata-OP bei geringem Risiko gut abwägen

Die Entfernung der Prostata hatte nicht bei allen Erfolg. In 35 Prozent der Fälle wurde nach einem Jahr ein Tumor im Stadium pT3 diagnostiziert oder der Gleason-Score war höher als  ≥ 7, bei 16 Prozent der Probanden fanden sich positive Befunde in den Schnitträndern.

Überprüft wurden außerdem zwei bekannte, unerwünschte Nebenwirkungen der Operation: Inkontinenz und Erektionsstörungen. Als harnkontinent galten Patienten, die weniger als einer Unterlage in 24 Stunden benötigten. Die sexuelle Funktionfähigkeit galt als gegeben, wenn in mehr als der Hälfte der Fälle nach einer sexuellen Stimulation die Erektionn hart genug war für eine Penetration.

 

Prostata-OP: Nur bei 44 Prozent keine erektile Dysfunktion

Nur bei 44 Prozent der Männer war die erektile Funktion nach einem Jahr wiederhergestellt, 84 Prozent der Männer waren ein Jahr später wieder kontinent. Insgesamt hatten von den 221 Männern, bei denen vor der OP alle Funktionen voll erhalten waren, nach dem Eingriff 38 Prozent weder ein Rezidiv, noch waren sie in ihrer Sexualität oder in ihrer Blasenfunktion beeinträchtigt.

Fazit der Forscher: Bei Männern mit einem Niedrigrisiko-Prostatakrebs könnte angesichts der möglichen Nebenwirkungen - im Verhältnis zu den sich aus ihrer Studie ergebenen statistischen Vorteilen der OP - die aktive Überwachung durchaus erwogen werden.

Foto: Jarun011

Autor: bab
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