. Trauerfall

Prof. Reinhard Kurth gestorben

Der ehemalige Direktor des Robert Koch-Instituts Prof. Dr. med. Dr. h.c. Reinhard Kurth ist am Sonntag, den 2. Februar 2014 nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Mit Kurth verliert Berlin einen der ganz großen Wissenschaftler und Institutsmanager.
Prof. Reinhard Kurth gestorben

So kennt man ihn: Am 2. Februar ist Prof. Reinhard Kurth mit nur 71 Jahren verstorben

Die Wissenschaft trauert um Professor Reinhard Kurth. Wie das Robert Koch-Institut, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte und das Paul-Ehrlich-Institut heute mitteilten, ist Reinhard Kurth am Sonntag mit 71 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

Reinhard Kurth

Reinhard Kurth war nicht nur ein passionierter Wissenschaftler und Virologe. Er stand auch viele Jahrzehnte an der Spitze der drei wichtigen Bundesinstitute des Bundesministeriums für Gesundheit. Von 1986 bis 2001 war Reinhard Kurth Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen. Es war Kurth, der dem Paul-Ehrlich-Institut sein heutiges Profil einer regulatorischen Behörde und eines Forschungsinstituts gab.

1996 übernahm er dazu noch die kommissarische Leitung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Von 2002 bis 2008 war er dann Präsident des RKI, das er umfassend reformierte und zu einem modernen Public-Health-Institut  ausbaute, das fortan seine Handschrift trug. Zusätzlich war Kurth in den Jahren 2004 bis 2007 Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArm) in Bonn. Auch dieses Institut hat er maßgeblich strukturell und organisatorisch weiterentwickelt. Bis zuletzt war er als Vorsitzender des Stiftungsrates der Schering Stiftung in Berlin tätig.

 

HIV und Retroviren waren sein Spezialgebiet

Sein Wissenschaftsgebiet war die Virologie und Immunologie. Im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeiten standen die Retroviren und insbesondere HIV. Im Oktober 2005 wurde er für seine herausragenden Leistungen auf diesen Gebieten mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Ein knappes Jahr später hat ihm die Medizinische Fakultät der Charité in Berlin die Ehrendoktorwürde verliehen.

Reinhard Kurth hatte die Gabe, auch Laien für wissenschaftliche Themen und Zusammenhänge zu begeistern. Zahlreiche Beiträge und Interviews in Hörfunk und Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften sowie Vorträge dokumentieren dies noch heute. Als 2005 in Deutschland die ersten Fälle von Vogelgrippe gemeldet wurden, konnte Professor Kurth Millionen besorgter Menschen mit seinen kompetenten Statements und seiner verbindlichen Art beruhigen. 

"Sein Tod ist für uns ein schwerer Verlust", schreibt die Schering-Stiftung auf Ihrer Internetseite. "Wir verlieren mit ihm einen hoch geschätzten Ratgeber sowei einen besonderen Menschen und Freund."

Foto: RKI/Ossenbrink

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Forscher konnten erstmals die Ursache für Narkolepsie nachweisen. Demnach wird die seltene Schlafkrankheit durch autoreaktive T-Zellen ausgelöst. Damit bestätigt sich der Verdacht, dass Narkolepsie eine Autoimmunerkrankung ist.
Depressionen können offenbar eine organische Ursache haben, die bislang übersehen wurde: Bei depressiv veranlagten Menschen ist die Hirnregion zur Stresskontrolle deutlich größer als bei Gesunden. Die Auffälligkeit am Hypothalamus könnte einiges erklären, meinen Neurowissenschaftler vom Max-Planck-Institut.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Hindenburgdamm 30 (Eingang West), 12203 Berlin
 
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.